Donnerstag, 9. Juni 2016

Profis polieren Depots mit Gold auf und verschmähen Europa-Aktien

Europäische Aktien lassen Investoren zurzeit fallen wie heiße Kartoffeln. Im Mai waren sie die großen Verlierer unter den börsengehandelten Indexfonds: 3,9 Milliarden Dollar zogen die professionellen Investoren aus europäischen Aktien-ETFs ab, seit Jahresbeginn waren es stattliche 20 Milliarden Dollar. Aber was kaufen die Investoren?

Ganz offensichtlich hat sich die Vorliebe der Großanleger für die Märkte gedreht. Für ein paar Monate waren im Frühjahr Emerging Markets angesagt, doch auch hier stehen die Investoren jetzt auf der Bremse, wie die neueste Statistik des US-Investmenthauses BlackRock zeigt, die weltweit die Daten der Mittelzu- und Abflüsse am Markt für börsengehandelte Indexpapiere umfasst und ein guter Indikator für die Aktionen der institutionellen Investoren ist.

Im Mai haben die Investoren Aktien-ETFs auf die breiten Emerging-Market-Indizes im Wert von 1,8 Milliarden verkauft. Unter dem Strich flossen seit Jahresbeginn jedoch 6,3 Milliarden in die Papiere. Und nach der kleinen Delle im Mai scheinen die Profis, wie die Indexentwicklung der vergangenen Tage andeutet, nun schon wieder auf der Käuferseite zu stehen. Auch US-Aktien, die im Vormonat noch gefragt waren, sind wieder out, die Mittelabflüsse belaufen sich auf 2,5 Milliarden Dollar.

Konjunktursorgen, teilweise enttäuschende Unternehmensergebnisse und ein erwarteter Zinsanstieg verunsicherten die Investoren. Und auch aufgrund des drohenden Brexit flüchten die Investoren in sichere Anlagen. Wie üblich in diesen Phasen stehen Gold und Goldminenaktien, Anleihen und der Immobiliensektor im Fokus. 5,4 Milliarden Dollar wanderten allein im Mai in ETFs auf Gold (4,1 Mrd. $) und Goldminenaktien (1,3 Mrd. $), 2,8 Milliarden Dollar in sichere Unternehmensanleihen und 1,9 Milliarden in Immobilienaktien.


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