Freitag, 15. Juli 2016

Freitagsfrage – wie schütze ich mein Depot vor ärgerlichen Kursrückgängen im Urlaub?

Im Sommerurlaub auch Ferien von der Börse machen? Klar geht das! Bevor man losfährt, sollte man daher sein Depot urlaubsfest machen. So läuft’s.

Als "Entspannungshelfer" für Börsianer dienen Stoppkurse, mit denen die Titel im Depot absichern kann. Dazu erteilt man bei seinem Onlinebroker oder seiner Bank eine Stop-Order für einzelne oder alle Wertpapiere, um sie gegen Kursverluste zu schützen. Mehrere Spielarten von Stoppkursen gilt es dabei zu unterscheiden. Sie habe jeweils ihre eigenen Vor-, aber auch Nachteile.

a) Die „normale“ Stopp-Order: Sobald die Stoppmarke erreicht ist, wird der Titel dann zum nächstmöglichen Kurs verkauft. Dieser Kurs kann sowohl oberhalb, aber womöglich auch deutlich unterhalb des Stoppkurses liegen – insbesondere an Tagen mit außergewöhnlichen Marktentwicklungen wie nach dem Brexit-Votum am 24. Juni ist das möglich. So liegt der nächstmögliche Kurs womöglich auf einem Niveau, auf dem man eigentlich gar nicht mehr verkaufen möchte.

b) Eine Stopp-Limit-Order kann hier helfen: Wird der Stopp-Wert erreicht, wird das abgesicherte Papier nicht unlimitiert, sondern mit einem Limit ausgestattet zum Verkauf gestellt. Ausverkaufskurse werden so vermieden. Aber andererseits riskiert man, dass der Wert in einer Crashsituation im Depot liegen bleibt, weil das Limit gar nicht mehr erzielt wird.

c) Trailing Stops sind eine dritte Variante, die allerdings noch nicht bei allen Banken / Brokern zu haben ist – bei Onlinebrokern dagegen inzwischen recht verbreitet ist. Das sind sich selbst aktualisierende Stoppkurse: Steigt das Papier im Kurs, wird auch der Stoppkurs automatisch nach oben nachgeführt. Man kann Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen – und muss ich nicht so oft prüfen, ob der Stoppkurs noch passt.

Klar ist: Man muss vorher gut überlegen, was man mit der Wahl des Stoppkurses erreichen möchte. Bei den meisten Brokern ist das Setzen, aber auch das Abändern von Stoppkursen inzwischen kostenlos, bei Filialinstituten kann zumindest das Ändern zu Buche schlagen, hier gibt es dann auch zumeist keine Trailing-Stops. Wie man Stoppkurse sinnvoll setzt, das wird in diesem Blog an anderer Stelle bereits erklärt.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen