Montag, 26. September 2016

Bauwirtschaft rettet die Konjunkturaussichten - aber nicht den Dax

Damit hatte wohl keiner gerechnet. Der ifo-Geschäftsklimaindex machte im September einen schönen Satz nach oben. Vor allem die Erwartungen der Wirtschaft sind deutlich besser geworden. Was ist passiert?

Die Bundesregierung sprach vor wenigen Tagen noch von einem Abflauen der deutschen Konjunktur, die Industrieländerorganisation OECD senkte erst vergangene Woche ihre Wachstumsprognosen für Deutschland. Und im August zeigte der ifo-Geschäftsklimaindex noch ganz klar nach unten. Doch jetzt kamen die neuen ifo-Zahlen für den September - und überraschten viele.

Denn die Stimmung in der Wirtschaft hat sich mehr als nur wieder gefangen. Ihre Lage sehen die Unternehmen wieder so positiv wie vor dem Augusteinbruch, die Erwartungen sind sogar deutlich gestiegen. "Die Stimmung ist besser als die Lage" kommentieren einige Experten, die von dem Umschwung überrascht wurden.

Doch das ist vielleicht zu kurz gegriffen. Eine genauere Analyse der Daten zeigt zwar, dass Einzel- und Großhandel weiterhin wenig Veränderung in ihren Geschäftsumfeld erwarten, im verarbeitenden Gewerbe sind die Hoffnungen auf bessere Geschäfte aber spürbar gestiegen. Wichtigster Treiber ist allerdings das Baugewerbe, das seine Lage als richtig gut beurteilt. Auch die Aussichten sind positiv und nochmals deutlich gestiegen.

Der Dax zeigt sich von den Daten allerdings unbeeindruckt – nicht nur weil Bau-bezogene Unternehmen kaum Gewicht im Index haben. Sie und alle anderen werden vor allem von einer schwachen Deutschen-Bank-Aktie heruntergezogen, die regelrecht abstürzt. Denn eine Hilfe der Regierung im Streit um erneute Strafzahlungen in den USA wird immer unwahrscheinlicher.

Die Stimmung an der Börse ist ohnehin angespannt: Kurz vor dem wichtigen Fernsehduell der Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Donald Trump scheinen sich Anleger zudem plötzlich auszumalen, was unter einem Präsidenten Trump so alles passieren könnte.

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