Donnerstag, 8. September 2016

Snapchat, Uniper, Innogy, Shop Apotheke & Co bringen wieder Leben in den IPO-Markt

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Snapchat hat es nicht ganz so eilig
Der Markt für Neuemissionen war nahezu ausgetrocknet. Nun blüht er plötzlich wieder auf, in Europa wie den USA wagen derzeit viele Firmen den Schritt an die Börse. Sie wollen schnell Geld einsammeln  - aus gutem Grund.

In Deutschland startet bereits am Montag der Handel für die Aktien der E.ON-Tochter Uniper. Weiter drängen die RWE-Tochter Innogy, die deutsch-niederländische Shop Apotheke und der Technologieführer im Bereich thermische Isolation, va-Q-tec an den Markt. Auch die Lieferando-Mutter Takeaway.com kündigte an, die Aktien in den kommenden Wochen an der Börse in Amsterdam zum Handel zuzulassen, während die spanische Telefonica erst mal das Interesse der Investoren prüfen will, bevor sie die Netzwerksparte zur Zeichnung offeriert. Bei Erfolg ist auch ein Börsengang von O2 nicht ausgeschlossen.

In den USA planen ebenfalls eine Reihe von Firmen ein IPO (Initial Public Offering), so zum Beispiel Valvoline (Fahrzeugtechnologie), Nuantix (Software), Bank of N.T. Butterfield (Bank), E.l.f. Beauty (Kosmetik), Yeti Holdings (Trinkbehälter), Noble Midstream Partners (Energie) oder Advanced Disposal Services (Abfallentsorgung).

Nicht ganz so eilig scheint es hingegen das populäre Social-Media-Unternehmen #Snapchat zu haben. Laut einem Bericht von 'The Information' sollen die Unterlagen für den Börsengang bis Ende des Jahres/Anfang kommenden Jahres fertiggestellt werden. Da sich Snapchat noch nicht für eine Bank als Partner entschieden haben soll, dürfte die erste Notierung nicht ganz so schnell erfolgen.

Die Aktivität vieler Börsenaspiranten begründet sich in den anstehenden US-Wahlen am 8. November. Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und ihr Konkurrent Donald Trump werden von den Börsianern sehr unterschiedlich beurteilt: Ein Wahlsieg Clintons würde wenig Veränderung bringen, Clinton wird ein enger Draht zur Wall Street nachgesagt. Trump hingegen gilt als unberechenbar in seinen Entscheidungen und weniger unternehmerfreundlich, weshalb die Börsianer bei einem Sieg des Republikaners mit stärkeren Ausschlägen rechnen. Das Zeitfenster für Neuemissionen ist also stark begrenzt, die IPO-Welle dürfte daher ab Mitte Oktober wieder abflauen.

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