Montag, 10. Oktober 2016

Drei Gründe für einen steigenden Dax – und drei dagegen

Die Turbulenzen um die Deutsche Bank scheinen verdaut, der Dax erholt sich. Und nun? Einige Anleger hoffen jetzt auf eine Jahresendrallye. Doch was spricht dafür, was dagegen?

Zuerst die positiven Punkte:
+ Aktien sind ein Spiegel der Wirtschaft, und der geht es in Deutschland besser als gedacht. Immer öfter werden die Prognosen für die Wirtschaft leicht nach oben geschraubt und auch die aktuellen Zahlen sprechen dafür, dass die Konjunktur nach wie vor rund läuft. Dicke Zuwächse im Export, mehr Produktion und ein freundliches Ifo-Geschäftsklima: Das ist der Stoff, der Anleger optimistisch macht.

+ Nach wie vor sind die Zinsanlagen keine wirkliche Alternative für Investoren. Denn in der Regel gibt es nicht einmal einen Inflationsausgleich. Immobilien und Aktien sind da die besten Möglichkeiten, Geld gewinnbringend anzulegen.

+ Zwar sind die Preise für beides – Immobilien und Aktien – bereits sehr stark gestiegen. Doch zumindest an der Börse ist das kein großes Problem. Weil gleichzeitig die Gewinne der Unternehmen deutlich zugelegt haben, ist die Bewertung von Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 13 nach wie vor attraktiv.

 Und das sind die negativen Aspekte:
- Das Thema ist nicht die aktuelle Situation sondern die Tatsache, dass die Börse in die Zukunft schaut. Und da sind die Prognosen für die Wirtschaft nicht mehr ganz so rosig. Im kommenden Jahr soll die Konjunktur etwas an Kraft verlieren. Auch ist noch lange nicht ausgemacht, wie viel Schaden der Brexit im kommenden Jahr in der deutschen Wirtschaft anrichtet.

- Zudem sind derzeit gleich zwei Schwergewicht im Dax unter starkem Druck. VW, wo die Folgen des Dieselskandals noch lange nicht ausgestanden sind, und die Deutsche Bank. Auch hier können  Wendungen im Streit um Strafzahlungen in den USA jederzeit für neue Unruhe sorgen. Ganz abgesehen davon, dass ein überzeugendes Geschäftsmodell für das Geldhaus immer noch fehlt.

- Die derzeitige Gretchenfrage ist aber die nach Inflation und Zinsniveau. Vieles spricht dafür, dass die Zeiten der Niedrigszinsen und Deflationsängste bald vorbei sein dürften. Wie schnell die Zinsen wieder steigen, dürfte daher entscheidend für die Aussichten im Dax sein. Denn höhere Zinsen bedeuten nicht nur, dass Aktien im Vergleich weniger attraktiv werden. Sie verringern auch den Spielraum von Verbrauchern und Unternehmen und dämpfen insgesamt die Konjunktur.

Gut möglich also, das die Jahresendrallye 2016 zwar nicht ganz ausfällt, aber von Spekulationen um Inflation und Zinspolitik zumindest immer mal wieder unterbrochen wird.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen