Freitag, 14. Oktober 2016

Freitagsfrage: Wieviele Deutsche haben schlechte Erfahrungen mit Cybercrime gemacht?

Leider ziemlich viele! Fast jeder zweite Internetnutzer hatte allein in den vergangenen zwölf Monaten Ärger mit Cybercrime. Virenangriffe, Betrug und Identitätsdiebstahl sind die häufigsten Delikte, mit denen Online-Kriminelle von sich reden machen. Wer ein paar Tipps beherzigt, kann sich besser schützen. 

Ein unbedachter Klick auf einen E-Mail-Anhang – und schon hat man sich womöglich eine Schadsoftware eingefangen, die sich durch die Festplatte frisst und Dateien verschlüsselt – oder gleich den Zugang zum Rechner sperrt und Lösegeld fordert. Fast jeder zweite Internetnutzer ist allein in den vergangenen 12 Monate Opfer von Cybercrime geworden, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage unter 1.017 Internetnutzern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt.

Die Vorfälle reichen von gefährlichen Virusinfektionen, über Online-Betrug und -Erpressung bis hin zu schweren Beleidigungen. Und fast die Hälfte der Betroffenen (45 Prozent) hat infolge der Angriffe einen finanziellen Schaden erlitten, weil zum Beispiel Hard- und Software ersetzt werden musste, Leistungen nicht erbracht oder illegale Transaktionen durchgeführt wurden.

Doch nicht nur der eigene Rechner, sondern zunehmend auch Smartphones geraten ins Fadenkreuz der Online-Kriminellen. Laut Umfrage erlitt jeder vierte Smartphone-Nutzer (26 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten einen Sicherheitsvorfall mit seinem Gerät. So führen laut Bitkom spezielle Smartphone-Viren dazu, dass der Nutzer ausspioniert, aggressive Werbung angezeigt oder der Zugang zu den Geräten versperrt wird. Ein großes Problem ist laut Bitkom der Diebstahl und auch der Missbrauch digitaler Identitäten. Zur digitalen Identität eines Internetnutzers gehören seine Zugangsdaten zu Online-Diensten sowie seine Kreditkartendaten oder andere Zahlungsinformationen. Laut Umfrage gibt jeder vierte Internetnutzer an (22 Prozent), dass seine Zugangsdaten zu einem Online-Dienst ausspioniert worden seien. Jeder Achte (12 Prozent) erklärt, dass seine persönlichen Daten illegal verwendet wurden. Bei 9 Prozent sind unerwünschte E-Mails im Namen des Nutzers versendet worden.

Ebenfalls weit verbreitet ist Online-Betrug: Ein Fünftel der Internetnutzer (20 Prozent) ist bei Online-Transaktionen wie Shopping, Auktionen oder Online-Banking abgezockt worden – etwa weil bezahlte Ware nicht geliefert oder bei einem Verkauf nicht gezahlt wird. Angriffe auf Personen wie schwere Beleidigungen (3 Prozent) und sexuelle Belästigungen (2 Prozent) erreichen zwar nur niedrige einstellige Prozentwerte, summieren sich aber in absoluten Zahlen zu Zehntausenden Fällen.

Aus Sicht des Verbands Bitkom muss das Sicherheitsniveau im Internet weiter gesteigert werden. „Wir müssen die technische Sicherheit von Geräten und Online-Diensten ständig verbessern und gleichzeitig das Bewusstsein der Nutzer für das Thema IT-Sicherheit schärfen“, betonte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Da hilft für Verbraucher vorerst nur folgendes: Besonders wachsam sein, seinen Virenschutz auf dem Computer aktuell halten, stets aktuelle Softwareversionen nutzen, vor allem beim Betriebssystem und beim Internetbrowser, am besten mit Hilfe von automatischen Softwareaktualisierungen –und sich über aktuelle Abzockmethoden auf dem Laufenden halten, Infos gibt zum Beispiel das aktuelle Bundeslagebild Cybercrime des Bundeskriminalamts, das auch auf bekannte Abzockmaschen hinweist. Besonders aufmerksam sollte man auch beim Online-Banking sein und keinesfalls über ein fremdes WLAN aktiv werden.

„Verbraucher müssen sich bewusst mit dem Thema Sicherheit im Internet auseinandersetzen und die Grundlagen kennen“, meint Holz. Sie sollten zum Beispiel wissen, wie sie Spam-Mails identifizieren, wie sie ihre Smartphones sichern, wie sie Sicherheitseinstellungen in sozialen Netzwerken verändern oder wie sie Anzeichen für einen Betrug im Internet erkennen. Dabei unterstützt der Bitkom mit praktischen Tipps und aktuelle Informationen zu den Themen E-Mail-Sicherheit, zum Schutz der digitalen Identität und zur Smartphone-Sicherheit.

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