Donnerstag, 10. November 2016

Apple, LinkedIn & Co: Firmenbosse verschicken Mails an ihre Mitarbeiter

Nach der Wahl von Donald Trump macht sich an der Westküste der USA, insbesondere im Silicon Valley, Unsicherheit breit. Während die einen eine Abspaltung Kaliforniens fordern, versuchen die Firmenchefs von Apple, Facebook & Co ihre Mitarbeiter zu beruhigen.

Trump hat im Wahlkampf klar gemacht, dass ihm unter anderem das H1-B-Visaprogramm ein Dorn im Auge ist. Über dieses Arbeitsvisum kommen viele IT-Spezialisten, Pharmaexperten und andere gut ausgebildete Wissenschaftler ins Land, ein Teil kehrt nach ein paar Jahren in die Heimat zurück, doch viele beantragen nach geraumer Zeit eine Greencard und bleiben.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Silicon Valley sind nicht in den USA geboren, so ist zum Beispiel Elon Musk (Tesla) gebürtiger Südafrikaner, Sergey Brin (Google) wanderte als Kind mit seinen Eltern aus Rußland ein oder Pierre Omidyar (ebay) aus Frankreich. Keine Frage, das Silicon Valley wäre nicht das Tal der Zukunft und so erfolgreich ohne die weltoffene Multi-Kulti-Gesellschaft. Doch die Mitarbeiter sind verunsichert. Was wird aus ihnen unter einem Präsidenten Trump, der eine restriktivere Einwanderungspolitik durchsetzen will?

Per E-Mail versuchen die Unternehmenslenker nun die Belegschaft wieder zu beruhigen. Apple-Chef Tim Cook forderte die Mitarbeiter auf, den Weg nach vorn gemeinsam zu beschreiten, unabhängig von den Kandidaten, die jeder Einzelne unterstützt habe. Er betont, dass die Firma offen für alle sei und man Diversität im Team in den USA sowie auf der ganzen Welt zelebriere, unabhängig von Aussehen, Herkunft, Religion oder wen man liebe. Bewegende Worte verfasste auch LinkedIn-CEO Jeff Weiner in seiner Mail an die Mitarbeiter, die er auch auf dem Portal veröffentlicht hat.

Schlussendlich weiß keiner, wie es weitergeht. Doch für die Unternehmen ist es wichtig, möglichst schnell zur Tagesordnung zurückzukehren und das Geschäft voranzutreiben. Sie müssen nun darauf vertrauen, dass es sich auch ein Präsident Trump nicht leisten kann, sich mit dem Silicon Valley anzulegen. Denn was wäre die US-Wirtschaft heute ohne die Kreativität und Erfolge der Kalifornier - neben Apple, Google, Facebook, Uber, Airbnb und tausende weitere Kreativschmieden im Silicon Valley beheimatet. Mit ihnen sollte es sich Trump nicht verscherzen.

Auch was die Idee einer Abspaltung Kaliforniens von den Vereinigten Staaten betrifft, darf man das als erste Reaktion auf den Schock sehen und nicht überbewerten. Jahrelang trieb eine Gruppe immer wieder das Thema der Aufspaltung Kaliforniens in sechs Staaten voran – und das ohne Erfolg. Jetzt folgt eine neue Idee, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Man darf das getrost als Warnsignal an Donald Trump betrachten.

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