Mittwoch, 23. November 2016

Warum Tech-Aktien bald aufholen dürften

Seit der Wahl von Donald Trump kletterten die US-Leitindizes auf neue Rekordstände. Techaktien blieben jedoch außen vor und die Unsicherheit hält sogar Newcomer wie #AppDynamics kurzfristig vom Börsengang ab. Die reservierte Haltung der Investoren erscheint übertrieben!

Klar, Trump will die Abkommen mit den asiatischen Partnern aufkündigen. Ein Aspekt, vor dem sich alle Techunternehmen fürchten, beziehen sie doch viele Teile aus asiatischer Billigproduktion und fertigen überwiegend dort. Doch Trump weiß, dass auch er den Hebel nicht einfach umlegen und die Produktion komplett ins eigene Land zurückholen kann, dafür sind weder qualifizierte noch ausreichend Arbeiter vorhanden.

Amazon, Google, Facebook, Netflix & Co sind vergleichsweise junge und erfolgreiche Unternehmen, die einen hohen Anteil zur US-Wirtschaftsleistung beitragen. Trump – und/oder zumindest seine Berater - sind sich dessen durchaus bewusst und dürften die Techindustrie daher nicht gefährden.

Während im Wahlkampf noch scharfe Drohungen angesagt waren, klingen die Töne inzwischen deutlich sanfter. So will Trump auch keinen Sonderermittler einsetzen, um Hillary Clinton hinter Gitter zu bringen, das Klimaabkommen wird nicht komplett gekippt und auch der Techindustrie dürfte er keine unüberwindbaren Hindernisse in den Weg legen.

In einem Interview mit der New York Times berichtete Trump, dass ihm Apple-Chef Tim Cook nach der Wahl gratuliert und man über die Zukunft der Firma gesprochen habe. Im Wahlkampf hatte Trump stets betont, dass er Apple zwingen wolle, die Geräte in den USA zu produzieren. Jetzt meinte Trump hingegen, es wäre für ihn eine echte Leistung, wenn er Apple dazu bekäme, eine oder mehrere große Fabriken in den USA zu bauen. Dafür stellte er Steueranreize in Aussicht.

Vermutlich wird es am Ende eine Fertigungsstätte geben und Trump kann große Töne spucken. Aber die Unternehmen werden den Angeboten nur folgen, wenn sie auch lukrativ für die Firma sind.



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