Montag, 14. November 2016

Welche Anleger sich vor Trump fürchten müssen - und welche nicht

Ausgerechnet Warren Buffett. Der Milliardär aus Omaha gehört zu den größten Kritiker von Donald Trump und jetzt zu den größten Profiteuren dessen Wahlsieges. Denn Buffett ist jetzt wieder Nummer zwei der Reichen-Weltrangliste. In seinem Aktienportfolio sind nämlich vor allem die Branchen vertreten, die von Trump zumindest kurzfristig profitieren könnten.

Die Formel ist einfach: Trump will hohe Infrastrukturausgaben, weniger Regulierungen im Inland und mehr Abschottung gegen das Ausland. Davon werden US-Bauunternehmen, Infrastrukturkonzerne, von den Regulierungen wenig stark betroffene Banken und heimische Konsumgüterhersteller profitieren. Liest sich wie eine Kurzbeschreibung der Struktur von Buffetts Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway. Kein Wunder also, dass Buffetts Anlagen seit der Wahl von Trump mehr als sechs Milliarden Dollar an Wert gewonnen haben.

Gleichzeitig haben andere Milliardäre heftige Verluste verschmerzen müssen. Carlos Slim etwa, der einige Zeit lang noch reicher war als die US-Superreichen. Er kommt aus Mexiko und dessen Währung und Börse hat am stärksten unter Trumps Wahlsieg gelitten.

Das Schema ist klar: Banken, US-Firmen mit starker Stellung im Inland und Infrastruktur gewinnen, ausländische Exportunternehmen und vor allem die Emerging Markets werden eher Probleme bekommen, sollte Trump sein Wahlprogramm umsetzen. Vor allem dann, wenn die Verschuldung in den USA kräftig steigt und Kapital aus den Emerging Markets abgezogen wird.

Dann könnte auch die Inflation zurückkehren, die Zinsen würden dann steigen und die Aktienmärkte erst einmal ihren Höhenflug beenden. Warren Buffett sieht das gelassen. Er hätte zwar vermutlich gerne auf seinen jüngsten Vermögensschub verzichtet,  bleibt aber bei seinem Credo: Die USA sind stark, die Aktienmärkte werden weiter langfristig nach oben tendieren. "Der Aktienmarkt wird in zehn, 20 oder 30 Jahren höher sein als heute", sagte er gegenüber CNN.

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