Montag, 19. Dezember 2016

Die Inflation könnte schneller kommen als gedacht

0,6 Prozent – so hoch wie seit 2014 nicht mehr lag die Teuerungsrate in der EU im November. Und alles spricht dafür, dass die Geldentwertung nun rasch wieder zurückkehrt. Das verstärkt die Probleme für Sparer.

Nach Jahren der Deflationsangst haben sich die Vorzeichen für die Inflationsrate nämlich gründlich geändert. In Europa werden 2017 viele Faktoren in die gleiche Richtung arbeiten – und für mehr Preisdruck sorgen:
  • Die Konjunktur läuft rund, nicht nur in Deutschland. Hier hat der ifo-Index, der die Stimmung in der Wirtschaft misst und als hervorragender Frühindikator für die Konjunktur gilt, gerade ein neues Fünf-Jahres-Hoch erreicht. Aber selbst in Krisenstaaten wie Griechenland ist die Rezession Geschichte und leichtes Wachstum möglich. Und in guten Konjunkturzeiten sind höhere Löhne und Preise eben viel besser durchzusetzten.
  • Die Wende am Ölmarkt scheint vollzogen, einige rechnen sogar mit deutlichen Preissteigerungen für das wichtigeste Gut für die Volkswirtschaft. Höhere Ölpreise treiben die Kosten für Unternehmen und damit die Preise.
  • Donald Trump wird US Präsident und will Infrastrukturprogramme auflegen. Das und die langsam steigenden Zinsen in den USA werden massiv Kapital in die USA ziehen. Der Euro wird schwächer und alle importierten Güter teurer.
Das alles zusammen könnte für schnell steigende Infaltionsraten sorgen. Zwar gehen die meisten Experten davon aus, dass die Zwei-Prozent-Marke so schnell nicht erreicht wird. Nahe hinkommen könnte die Rate aber schon 2017, spätestens 2018.

Für Zinssparer sind das ganz bittere Nachrichten.Weil die EZB ihre Zinsen auf absehbare Zeit nicht erhöhen wird und die Sparer weiter mit Minizinsen oder gar keinen rechnen müssen, vernichtet die Inflation jedes Jahr die Kaufkraft der Spargelder. Das könnte den Aktienmarkt weiter stützen. Denn Unternehmen sind Sachwerte, steigt die Inflation, wird das in der Regel durch steigende Kurse ausgeglichen.


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1 Kommentar:

  1. Ja, das könnte auch schlimmer kommen, als gedacht. Die EZB strebt eine Inflation von knapp 2% an. In Deutschland liegt die Inflation aber traditionell immer höher als in der Eurozone (siehe auch: http://de.global-rates.com/wirtschaftsstatistiken/inflation/inflation.aspx)
    Markus ( https://der-5-minuten-blog.de )

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