Montag, 9. Januar 2017

Das Ende der Globalisierung ist nicht in Sicht

Brexit und Trumps "America First" - die politischen Zeichen in den westlichen Demokratien stehen auf Renationalisierung und weniger internationale Handelsbeziehungen. Das schert die Wirtschaft aber nicht. Im November erreichte der deutsche Außenhandel ein neues Rekordhoch.

Die Börsen glauben es nicht und die Unternehmen wohl auch nicht. Was immer Experten über das Ende der internationalen Handelbeziehungen und die schlimmen wirtschaftlichen Folgen davon vorhergesagt haben, ist zumindest bisher falsch. Denn trotz Sorgen um den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU und die künftige Handelspolitik der USA forcieren deutsche Unternehmen ihre internationalen Geschäfte weiter – mit noch nie da gewesenem Erfolg.

Statt weniger ex- und importierte die deutsche Wirtschaft im November 2016 mehr denn je. Deutsche Firmen haben im vorletzten Monat des Jahres Waren und Dienstleitungen im Wert von sagenhaften 108,5 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Importe stiegen um 4,5 Prozent und damit auf einen neuen Höchststand.

Der Löwenanteil der deutschen Handels findet mit anderen EU Ländern statt und hier stiegen sowohl Aus- als auch Einfuhren deutlich an. Das größte Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwirtschafteten deutsche Unternehmen aber mit Drittländern. Hier dürfte der etwas schwächere Euro, aber auch die robuste Konjunktur in den USA und anderen Staaten eine Rolle spielen.

Nach den überraschend guten Außenhandelzahlen steht allerdings eines fest: Befürchtungen, dass Unternehmen ihre Strategie an mögliche politische Hemmnisse anpassen, sind unberechtigt. Stell Dir vor, die Politik spielt Protektionismus, aber die Wirtschaft macht nicht mit. Ein Szenario, das die Börse mit ihrer Rekordjagd schon eine Weile spielt.


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