Dienstag, 24. Januar 2017

Im Januar droht ein Inflationssprung auf 2,5 Prozent

Die Zeiten niedriger Inflationsraten in Deutschland sind endgültig vorbei. Auf den Teuerungsschub vom Dezember auf 1,7% dürfte nun im Januar ein Anstieg auf deutlich über 2% folgen, vermutlich sogar über die 2,5%-Marke. Und das könnte auch die Kapitalmärkte beeinflussen.

Der Hauptgrund für solch einen bevorstehenden heftigen Preisanstieg liegt in den ölpreisabhängigen Faktoren. Denn während die Heizöl- und Benzinnotierungen im Januar/Februar vorigen Jahres auf die tiefsten Niveaus in diesem Jahrzehnt abgestürzt waren, haben sie sich seither kräftig erholt. Da die Inflationsrate den Abstand zum jeweiligen Vorjahresmonat misst, ergibt sich ein gewaltiger Preissprung. Während beispielsweise Heizöl vor Jahresfrist rund 40 Cents je Liter kostete, müssen die Verbraucher jetzt mit etwa 60 Cents um fast die Hälfte mehr bezahlen.

Wegen der gefallenen Ölpreise waren die Lebenshaltungskosten im Januar 2016 sogar um 0,8% niedriger gelegen als im Dezember 2015. Selbst wenn die Preise insgesamt nun im laufenden Monat unverändert gegenüber Dezember 2016 wären, ergäbe sich daraus bereits ein Inflationsanstieg auf 2,5%. Da die Preise aber voraussichtlich geklettert sind, scheint sogar ein Sprung in die Nähe der 3% nicht ausgeschlossen. Zumal nicht nur die Preise für Energie das Laufen gelernt haben, sondern auch für andere Gütergruppen, insbesondere Nahrungsmittel, die bereits im vorigen Monat um 2,5% teurer waren als im Jahr zuvor.

Wenn  in den nächsten Tagen die vorläufigen Zahlen für die Januar-Inflation herauskommen, dürften sie also für Aufregung sorgen. Und so wie der Sprung der Teuerung von 0,8 % auf 1,7 % im vorigen Monat die Anleihenrenditen nach oben geschoben haben, ist jetzt nochmals so ein Effekt denkbar. Und vor allem dürfte die Diskussion beginnen, ob die EZB angesichts gestiegener Inflationsdaten nicht gut beraten wäre, ihre massiven Anleihekäufe schneller als bisher angedeutet zu reduzieren.

Eines ist klar: Auf Dauer werden die Anleger bei Inflationsraten über 2 % nicht mit den 0,35 % Rendite zufrieden sein, die zehnjährige Bundesanleihen momentan abwerfen. Das bedeutet Kapitalvernichtung. Als die Inflationsraten letztmals ähnlich hoch waren wie vermutlich in den nächsten Monaten, musste Wolfgang Schäuble noch über 2 % für seine Zehnjährigen bieten. Für so manchen Großanleger könnten deshalb Inflationsraten mit der 2 vor dem Komma ein Umdenken in der Anlagestrategie bewirken, sprich einen Tausch eines Teils der Zinspapiere in Aktien.

Für Privatanleger bietet sich diese Strategie natürlich ebenfalls an. Sie besitzen zwar kaum noch Anleihen, aber dafür um so mehr Bankeinlagen mit Zinsen um die Null Prozent. Aktien aus dem DAX dagegen werfen im Durchschnitt fast 3 % Rendite ab.

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