Donnerstag, 2. Februar 2017

Kein Stimmrecht für Snapchat-Aktionäre

Snap Inc, die Muttergesellschaft von #Snapchat, hat den vorläufigen Verkaufsprospekt für den Börsengang vorgelegt. Äußerst ungewöhnlich ist die Emission im Hinblick auf das Stimmrecht.

Während Interessenten bei einem IPO normalerweise stimmberechtigte Aktien zeichnen können, offeriert #Snap Inc. ausschließlich Aktien ohne Stimmrecht. Die Gründer und Firmenchefs wollen ihre Anteile nicht verwässern und in der Firma weiter das Sagen haben.

Snapchat, 2010 gegründet, startete 2011 mit Picaboo. Heute nutzen laut Unternehmensangabe im Schnitt 158 Millionen Menschen täglich Snapchat. Noch arbeitet der Börsenaspirant nicht profitabel: 2016 betrug der Verlust rund 520 Millionen Dollar, was pro Aktie einem Minus von 0,64 Dollar entspricht. Prognosen über die weitere Geschäftsentwicklung hat Snap nicht gemacht.

Haupteinnahmequelle ist das Anzeigengeschäft – und das wächst signifikant: 2015 betrug der Anzeigenumsatz 58,7 Millionen Dollar, im vergangenen Jahr waren es gut 400 Millionen Dollar. Größter Kostenblock hingegen sind die Hostinggebühren. Für die Nutzung der Cloud zahlt Snap in den kommenden fünf Jahren insgesamt zwei Milliarden Dollar an Google. Da kommt das Geld aus dem Börsengang, der bis zu drei Milliarden Dollar einbringen soll, gerade recht.

Im nächsten Schritt muss Snap um die Gunst der Großanleger buhlen. Für Aktien ohne Stimmrecht dürfte das jedoch nicht ganz so leicht sein wie für stimmberechtigte Titel.

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