Donnerstag, 9. Februar 2017

Profianleger kaufen „America first“

Noch nie haben die professionellen Investoren im Januar so viel Geld in Aktien-ETFs (Exchange Traded Funds) investiert wie 2017. Die neueste Statistik der globalen Mittelzu- und -abflüsse überrascht aber in einem ganz anderen Punkt.

Bei Gold und Schwellenländeranlagen waren die europäischen Investoren im Januar 2017 weitaus vorsichtiger als der Rest der Welt. „Die Mittelbewegungen in Bezug auf Gold waren regional verschieden“, weiß Patrick Mattar aus dem iShares Kapitalmarkt-Team. Er beobachtet: „Europäische Anleger haben gekauft, während Investoren global betrachtet angesichts steigender Zinsen verkauft haben. Diese Entwicklung legt nahe, dass Anleger in Europa momentan stärker als anderswo auf Risikostreuung bedacht sind.“

Und in den Schwellenländern? Generell fließt wieder mehr Geld in die Emerging Markets, sowohl in Aktien als auch Anleihen. Allerdings kauften die europäischen Investoren lieber Anleihen und veräußerten Aktien, während die Investoren aus anderen Regionen Aktien bevorzugt haben. 

Großanleger setzen bevorzugt Exchange Traded Funds (ETFs) ein, weshalb sich aus den Mittelzu- und –abflüssen sehr gut ihre Präferenzen ablesen lassen. Die höchsten Mittelzuflüsse verbuchen ETFs auf US-Aktien mit knapp 20 Milliarden Dollar. „Produkte auf japanische Aktien verzeichneten angesichts eines schwächeren Yen, steigender Inflation und besserer Gewinnerwartungen monatliche Rekordzuflüsse in Höhe von 10,7 Milliarden Dollar“, heißt es beim US-Investmenthaus BlackRock, das die Daten regelmäßig veröffentlicht.  Und in ETFs auf europäsiche Aktien landeten mit 3,1 Milliarden Dollar nur unwesentlich mehr als in Aktien-ETFs auf Emerging Markets, in die 2,4 Milliarden Dollar flossen.

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