Montag, 20. Februar 2017

Steuerkrieg statt Handelskrieg

Großbritannien drohte mit Dumpingsteuern für Unternehmen. Und in den USA bastelt Donald Trumps Truppe angeblich an einem neuen Steuerkonzept, dass Importe diskriminiert. Kommt das Ende der Globalisierung über den Fiskus?

Die US-Republikaner haben eine Idee: Was passiert, wenn man Unternehmensteuern senken würde und dafür die Unternehmen alle Vorleistungen aus dem Ausland nicht mehr von der Steuer absetzen könnten? Ganz klar: Investitionen würden angelockt, aber alle Unternehmen würden versuchen, ausländische Produkte und Dienstleistungen durch heimisch zu ersetzten. Und das wäre genau die Art vom "Ende der Globalisierung", die sich Donald Trump vorstellt.

Er will nämlich den freien internationalen Austausch von Gütern und Menschen verhindern, nicht den von Kapital. Der Haken dieser Strategie: Es gibt keine Gewinner, alle verlieren. Denn viele Unsicherheiten und auch Abhängigkeiten bestehen derzeit in der globalen Verflechtung der Kapitalströme, und die Idee trägt nichts dazu bei, sie sicherer zu gestalten.

Statt dessen wird weltweit Wohlstand vernichtet, denn Güter werden nicht mehr dort hergestellt, wo die Produktionsbedingungen stimmen. Amerika exportiert kaum Autos nach Europa? Stimmt, aber Europa exportiert auch kaum Produkte von Social Network Firmen in die USA. Weil es für den Verbraucher einfach vorteilhaft ist, die beste und billigste Lösung zu kaufen. Sollte das nicht mehr möglich sein, werden genau die Menschen, die bisher zu den Verlierern der Globalisierung zählen, den Preis zahlen: Durch schlechtere Produkte zu höheren Kosten.

Dabei ist es egal, ob das Ende des freien Warenaustauschen durch Zölle oder Steuern eingeleitet wird. Schade nur, dass ausgerechnet die Steuerpolitik hierfür missbraucht werden soll. Denn sie wäre das Instrument, um die echten Probleme der Globalisierung anzugehen: Die ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung weltweit, die viele Menschen von Chancen ausschließt.

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