Dienstag, 7. März 2017

Ein willkommenes Signal für die Aktie

Auf keinen anderen Investor schauen die Profianleger so genau wie auf den Norwegischen Pensionsfonds Global. Als größter Staatsfonds der Welt hält er immerhin 1,3% aller notierten Aktien und sogar 2,3% aller europäischen. Und die Nordländer sind drauf und dran, ihr Gewicht an den Börsen noch weiter zu erhöhen.

Dank hoher Gewinne von 8,7%  mit Aktien hat der Staatsfonds, der einen Teil der norwegischen Öleinnahmen für die Zeit anlegt, in der die Ölquellen der Skandinavier versiegen,  2016 sein Volumen weiter steigern können - auf rund 900 Milliarden Dollar. Damit hat sich ausgezahlt, dass die Regierung in Oslo den Aktienanteil am Fondsvermögen immer weiter erhöht hat. Ursprünglich - 1996 - war die Aktienquote auf 40% festgelegt worden, seit 2007 betrug sie 60% und nun soll sie sogar auf 70% angehoben werden - falls das Parlament Ende März dem Vorschlag der Regierung zustimmt. Die Anleihenquote sinkt dann auf 25%, der angestrebte Immobilienanteil (von derzeit 3,2%) bleibt bei 5%.

Der Staatsfonds, der das Geld nur außerhalb Norwegens anlegen darf, reagiert mit der geplanten erneuten Erhöhung des Aktienanteils auf die extrem niedrigen Zinsen weltweit, die einen spürbaren Vermögenszuwachs fast unmöglich machen - zumal bei steigenden Zinsen ja auch noch zusätzlich erhebliche Kursverluste bei Anleihen drohen. In diesem Umfeld betrachtet die Regierung die Stärkung der Aktie als "akzeptables Risiko", da der Staatsfonds langfristig anlegt und auch Kurseinbrüche "aussitzen" kann - so wie Anfang vorigen Jahres, als die Aktien weltweit massiv verloren, die Norweger aber ihre Dividendenwerte stoisch gehalten haben und letztlich mit überdurchschnittlichen Gewinnen belohnt wurden.

Für die Aktienmärkte ist geplante Anpassung der Strategie des weltgrößten Staatsfonds ein willkommenes Bekenntnis zur Aktie und vermutlich wie schon früher ein Anreiz für viele andere Großanleger, dem Beispiel der Norweger zu folgen und das Aktiengewicht zu Lasten von Zinsanlagen zu vergrößern. Und auch Privatanlegern kann es nicht schaden,den langfristigen, aktienbetonten und breit streuenden Ansatz des Staatsfonds als Vorbild zu wählen.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen