Dienstag, 21. März 2017

Neue (Handels-) Partner braucht das Land

Brexit und Trump. Die deutsche Exportindustrie hat gute Gründe sich vor Rückschlägen in wichtigen Absatzmärkten zu fürchten. Deshalb hat die Idee eines Freihandelsabkommens mit Japan durchaus ihren Charme.

Als Angela Merkel, Bundeskanzlerin von Deutschland, und Shinzo Abe, Ministerpräsident von Japan, vor wenigen Tagen gemeinsam die CEBIT-Messe eröffneten, nutzen sie die Gelegenheit für ein Bekenntnis zum freien Welthandel. Und untermauerten dies gleich noch mit einem Versprechen: Sie wollen ein Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU befördern.

Damit liegen sie nicht unbedingt auf der Linie einiger anderer wichtiger Partner. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Großbritannien wollen den Welthandel neu gestalten, mehr Protektionismus in dem einen oder anderen Bereich zulassen. Dass eine komplette Abschottung eher desaströs wäre, ist wohl beiden klar: Sie haben sich nicht nur gegenseitig gute wirtschafltiche Beziehungen versprochen. Die britische Premierministerin Theresa May war zudem auf Werbetour in der Türkei.

Kommt nun also eine neue Zweiteilung der Welt, zumindest in Sachen Handel? Die angelsächsischen Länder auf der einen Seite, ergänzt durch einige ausgewählte Partner wie die Türkei. Und Europa und wichtige asiatische Staaten auf der anderen Seite?

Kaum, denn die Verflechtung der globalen Wirtschaft ist schon viel zu tief, als dass eine endgültige Trennung einiger Länder noch möglich wäre, ohne alle zu beschädigen. Neu verhandelt wird eher über die Verteilung der künftigen Zuwächse des Welthandels. Und da ist ein europäisch / japanischer Pakt sicher eine gute Nachricht. Rund 0,1 Prozent mehr Wachstum in Europa errechnet das ifo Institut in einer Studie. Vor allem Deutschland würde profitieren und damit die Abhängigkeit von anderen Ländern noch ein wenig gleichmäßiger verteilen.

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