Montag, 24. April 2017

Dax erreicht Allzeithoch – aus gleich mehreren Gründen

Mit einem Satz von drei Prozent Plus erreichte der Dax am Montag ein neues Allzeithoch. Denn zu Feiern gab es für Aktionäre gleich vieles: Die Frankreichwahl, ein hervorragendes Ifo-Geschäftsklima und bessere Schuldendaten aus Europa. Wird 2017 das Jahr der positiven Überraschungen?

Besser kann das Umfeld für die Börse kaum sein: Politisch scheint Europa in ruhigeres Fahrwasser zu kommen, wirtschaftliche könnte der Aufschwung noch einmal einen Tick zulegen und in Sachen Dauerbedrohung Verschuldung ist vorsichtige Entwarnung angesagt. Der Montag der 24. April fühlt sich an wie ein Tag direkt vom Wunschzettel von Börsianern.

Die Gefahr, dass Frankreich einen radikalen Präsidenten oder eine radikale Präsidentin wählt und aus der EU und dem Euro ausscheidet scheint gebannt. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl geht an Emmanuel Macron, einen unabhängigen Wirtschaftsliberalen, der nicht nur den Fortbestand der EU verspricht, sondern auch sonst vieles auf der To Do Liste hat, das Anlegern gefällt. Privatisierungen zum Beispiel.

Gleichzeitig zeigt der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex, dass sich der Aufschwung noch lange nicht totgelaufen hat. Statt Brexit-Kater und Trump-Protektionismus beschäftigen sich die Unternehmen schlicht mit einem: wachsen. Die Geschäfte laufen hervorragend und der gute Ausblick signalisiert, dass das noch eine Weile so bleiben kann.

Und zu guter Letzt kam noch die Nachricht, dass die Staatsschulden in der EU leicht zurück gegangen sind. Auch wenn sie in einigen Ländern noch bedrohlich hoch sind, ist das grundsdätzlich eine gute Nachricht.

Die Euphorie ist also verständlich und hat aber gleichzeitig einen Haken. Besser als heute kann es kaum kommen. Statt dessen könnten schlechte Nachrichten für Rücksetzer sorgen. Denn noch steht die zweite Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich aus und mit Marine LePen ist das Schreckgespenst der Börse noch im Rennen. In den USA bereitet Präsident Trump Maßnahmen gegen die Einfuhr von Stahl vor, was die deutschen Unternehmen treffen würde. Ganz zu schweigen von den Brexitthemen, die die Autoindustrie bedrohen. Es gibt also genügend Themen, die die Stimmung kippen könnten.

Doch letztendlich ist es auf Dauer eben nur eines, das an der Börse den Ton angibt: Wächst die Wirtschaft oder nicht, lautet die Gretchenfrage. Und momentan wächst sie und seit heute ist es wahrscheinlicher geworden, dass sie das noch  eine ganze Weile lang ungestört tun wird.

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