Donnerstag, 4. Mai 2017

USA: Vorerst keine Zinserhöhungen

Die US-Unternehmen präsentieren gute Zahlen, allen voran die Tech-Industrie, doch die Notenbank hebt die Leitzinsen nicht an. Sie hat gute Gründe.

Was die Erträge betrifft glänzt die Industrie, doch die Gesamtlage liefert keine Anzeichen einer drohenden Überhitzung, was höhere Zinsen rechtfertigen würde. Apropos Unternehmensergebnisse: Mehr zu den aktuellen Zahlen finden Sie hier. 

Die abwartende Haltung der US-Notenbank ist vornehmlich auf die Schwäche der jüngsten Konjunkturdaten zurückzuführen. So wuchs das Bruttosozialprodukt im ersten Quartal 2017 lediglich um 0,7 Prozent - das geringste Quartalswachstum seit Frühjahr 2014. Daher scheint Inflation vorerst nicht das Hauptthema. Viel eher dürfte die Notbenbank neben den Konjunkturdaten den Fokus auf die möglichen Auswirkungen der geplanten Maßnahmen der neuen US-Regierung - Steuerreform, Handelspartnerschaften, Infrastrukturmaßnahmen, etc. - richten.

Und auch der Immobilienmarkt signalisiert – mit Ausnahme einiger Ballungszentren – keine extremen Preissteigerungen. Zwar indiziert der S&P Case-Shiller Housing-Index für den gesamten US-Markt wieder höhere Preise als vor dem Platzen der US-Immobilienblase 2007. Die Preise in den Metropolregionen liegen aber immer noch unter den Rekordwerten von 2007 – mit einigen Ausnahmen. So sind sie in der Techregion San Francisco weitaus höher als vor der Krise. In Metropolen wie Chicago zahlen Eigentümer hingegen deutlich weniger als vor zehn Jahren. Auch in New York und Los Angeles wurden die alten Rekordstände noch nicht erreicht. Da die Preise hier aber in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt haben, wird die Notenbank ein wachsames Auge darauf haben. Mehr aber auch nicht. Aus den genannten Gründen dürften auch die Leitzinsen in den kommenden Monaten eher unverändert bleiben.

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