Mittwoch, 28. Juni 2017

„Warum kommt eigentlich das Geld aus dem Automaten?“ - 50 Jahre Geldautomat

Am 27. Juni 1967 ging der erste Geldautomat in Betrieb - damals eine Sensation, heute zumindest für Kinder noch ein Faszinosum. Es gibt sie auch in den entlegensten Winkeln der Erde.

Es muss Anfang der der 1980er Jahren gewesen sein, als ich mit meiner Mutter im Vorraum einer Sparkasse in Osnabrück zum ersten Male Zeuge wurde, wie sie eine Karte in einen grauen Metallkasten steckte – und der auf einmal Bargeld ausspuckte. Toll fand ich das! Genauso wie meine Kinder heute, die sich gerne darüber streiten können, wer denn die Karte in den Schlitz steckt und wer das Geld aus der Klappe nimmt. Die Frage „Wieso kommt eigentlich das Geld aus dem Automaten - und wie kommt es hinein“ ist nicht umsonst einer der Klassiker aus Kindermund.

Am 27. Juni 1967 stellte die britische Barclays Bank den ersten Geldausgabeautomaten  (auf gut Englisch: Automated Teller Machine oder kurz ATM) auf, ein Jahr später, im Mai 1968, folgte die Kreissparkasse Tübingen in Deutschland. "Der Automat glich einem Tresor. Kunden brauchten einen Schlüssel, eine gelochte Plastikarte sowie Auszahlungsbelege in Form von Lochkarten, um Bargeld abzuheben", heißt es in einer Presseinformation des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands von Ende 2008.

Was damals exotisch war und anfänglich nur für eine ausgewählte Kundschaft bestimmt, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Sogar an den entlegensten Ecken der Welt sind Geldautomaten zu finden – selbst in der Antarktis, wie die HypoVereinsbank informiert.




Wenn Sie an einem ungewöhnlichen Ort einen Geldautomaten sehen, dann schicken Sie uns bitte ein Foto mit kurzer Beschreibung des Standorts. Wir werden die ungewöhnlichsten Standorte veröffentlichen. Eine Liste der ungewöhnlichsten Automaten hat die ATM Industry Association vor kurzem veröffentlicht.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 60 000 Geldautomaten, die rund um die Uhr Geld ausspucken können. Denn noch immer bezahlen 41 Prozent der Deutschen am liebsten bar, wenn auch mit abnehmender Tendenz, so der Bundesverband deutscher Banken. Wer nicht genau weiß, wo sich der nächste Geldautomat befindet, kann auf der Webseite girocard.eu vorbei schauen. Hier gibt es Links zu den verschiedenen Geldautomatenfindern, die Ihnen den nächsten Automaten Ihrer Bank anzeigen. Doch Vorsicht: Mancher unabhängiger Automatenaufsteller verlangt im Inland saftige Gebühren fürs Bargeldziehen.

Auch im Urlaub sind die grauen Kästen sinnvoll. Vorher zu Hause Geld für teures Geld in Fremdwährung umzutauschen, kann man sich oftmals sparen: Einfach im Urlaubsland an den Automaten, Karte rein, PIN eintippen, Geld ziehen und fertig. Wer ein Konto bei einer Bank führt, die den kostenlosen Bargeldbezug auch im Ausland ermöglicht, ist fein raus. Häufig sind das Direktbanken wie #Deutsche Kreditbank (weltweit) oder #comdirect (grds. weltweit) oder #ING-Diba (in Euroland kostenlos).

Wichtig: Außerhalb von Euroland unbedingt den Auszahlungsbetrag in Landeswährung wählen und keinesfalls die Sofortumrechnung in Euro wollen, das ist zumeist ein ärgerlich teures Vergnügen. 

Und noch etwas. Teilweise muss man seine Karte für die Auslandsnutzung bei seiner Bank erst einmal freischalten lassen. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich Ihre Kartendaten und Sperrnummern notieren - zum Beispiel den Sperr-Notruf +49 116 116. Oder man lädt sich die kostenlose App „Reise und Geld“ des Bankenverbandes für iOS und Android aufs Handy. Hier gibt es einen Click-to-Call-Service, mit dem die gängigsten Sperr-Notrufe direkt angerufen werden können. –  ein Währungsrechner ist auch enthalten.

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