Freitag, 14. Juli 2017

Freitagsfrage: Was bedeutet Social Engineering und was hat das mit der Sicherheit von Online-Banking zu tun?

Aufmerksame Leser unseres Blogs dürfte es nicht entgangen sein, dass wir immer mal wieder über Online-Abzocker berichten, die versuchen, Computer auszuspäen, um an sensible Bankdaten heranzukommen. Je ausgeklügelter und digitaler die technischen Möglichkeiten für sicheres Online-Banking werden, desto altmodischer werden offenbar die Versuche, Leute zu überrumpeln. Sie sind deshalb aber nicht weniger wirksam - im Gegenteil.

Unter Social Engineering versteht man eine Masche, Personen zu manipulieren, so dass sich diese in gewisser Weise "freiwillig" auf ihren PC, ihr Tablet oder Smartphone Schadsoftware aufspielen oder womöglich sensible Passwörter preisgeben. Erst vor kurzem berichteten wir darüber, dass man inzwischen schon per Briefpost angeschrieben wird, doch Sprachen auf eine neue Art und Weise mit großem Erfolg zu lernen, man müssen nur mal eben schnell auf eine bestimmte Website gehen.

Ein anderes Beispiel, das der Bankenverband schildert: Sie mögen Katzen! Eine vermeintliche Freundin schickt Ihnen per E-Mail Fotos von Katzenbabys – nur einen Klick entfernt. Oder: Per SMS werden Sie eingeladen, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Hierfür müssten Sie nur die Anschrift in ein Internet-Formular eintragen („Bitte auf den Link klicken“).

Das Gemeine: Diese Angriffsform konzentriert sich zunächst nicht auf die Technik, sondern zielt ab auf typisch-menschliches Verhalten. Die potenziellen Opfer werden  über jede Form der Kommunikation angegriffen, sei es über Links in E-Mails oder SMS oder über das Telefon. Dabei verschwinden manchmal auch die Grenzen zwischen lediglich unerlaubten Werbeanrufen (so genannten Cold Calls), die etwa für die Optimierung der Krankenversicherung werben, und offensichtlicher Online-Abzocke ("Ihr Computer behindert den Internetverkehr, wir beheben mit Ihnen das Problem").
Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus.

Jedes Mal geht es beim Social Engineering darum, dass der Täter versucht, mit seinem Opfer in eine Beziehung zu treten und so an sensible Daten zu gelangen. Der spätere Online-Angriff wird erst möglich gemacht, wenn es ihm gelingt, Sie dazu zu bringen, Passwörter oder Adressdaten preiszugeben, Sicherheitsfunktionen am Computer auszuschalten oder Schadsoftware zu installieren. Dabei nutzen die Cyberkriminellen Eigenschaften wie Neugier, Vertrauen, Angst oder Hilfsbereitschaft aus.

Die Tricks zu erkennen ist nicht einfach, aber das Wissen um diese Angriffsarten kann das Risiko eines erfolgreichen Angriffs verringern. Dazu die wichtigsten aktuellen Tipps, die der Bankenverband zu beachten empfiehlt:

Gesundes Misstrauen
Wenn Sie etwa aufgefordert werden, eine bestimmte Aktion durchzuführen, hinterfragen Sie den Sachverhalt. Hinterfragen Sie die Identität der Person, die Sie kontaktiert.

Sensible Daten schützen
Gehen Sie verantwortungsbewusst mit Ihren persönlichen Daten um. Dazu gehören neben Passwörtern, Kartendaten, Geheimzahlen (PINs) und TANs auch Ihre Adresse, Ihre Telefonnummern oder Ihr Geburtsdatum. Ihre Bank wird Sie zudem nie zu einer Bestätigung Ihrer sensiblen Daten per E-Mail auffordern. Klicken Sie auch keine Links an, die Sie weiterleiten sollen, um solche Daten einzugeben.

Inhalt von E-Mails prüfen
Bevor Sie Anhänge öffnen oder auf Links in einer E-Mail klicken, überprüfen Sie den Inhalt und Absender der Nachricht. Kennen Sie den Absender und ist der Inhalt der E-Mail glaubwürdig bzw. plausibel? Im Zweifel löschen, ohne auf den Link zu klicken.

Auf sicheres Einloggen achten
Bei Phishing-Angriffen versuchen Betrüger, Sie auf kopierte Websites zu locken, um Ihre Daten abzufangen. Folgen Sie keinen Links, sondern geben Sie die Webadresse Ihrer Bank immer selbst in die Browserzeile ein. Bevor Sie sich beim Online-Banking einloggen, überprüfen Sie, ob es sich wirklich um die verschlüsselte Seite Ihrer Bank handelt („https…“) und im Browser ein Schloss-Symbol erscheint.

Aufmerksam in Sozialen Netzwerken
Akzeptieren Sie nicht leichtfertig Kontaktanfragen von Unbekannten. Prüfen Sie jede von Ihnen veröffentlichte Information darauf, ob diese gegen Sie oder andere verwendet werden kann. Je mehr Sie von sich preisgeben, desto leichter fällt Kriminellen das Ausspähen.

Soft- und Hardware immer auf neuestem Stand halten
Ihre Sicherheitssoftware für PC, Smartphone und Tablet sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Sie brauchen für alle Geräte einen aktuellen Virenscanner, eine Firewall. Halten Sie auch die Software immer aktuell, indem Sie Updates umgehend installieren.

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