Mittwoch, 26. Juli 2017

Kosten für SMS-TAN im Onlinebanking bleiben möglich

Wer eine TAN per SMS aufs Handy bekommt, muss dafür bei mancher Bank bezahlen. Diese Praxis wird mit Einschränkungen auch weiter möglich sein, zeigt ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs.


Dass eine Mobile TAN Geld kostet, erscheint vielen Verbrauchern nicht nachvollziehbar zu sein - wo sie doch selbst häufig SMS längst kostenlos verschicken können. Der Wettbewerb der Mobilfunkanbieter macht es möglich. Doch Banken dürfen auch künftig unter Umständen Geld für eine per SMS übermittelte TAN verlangen. Das sieht ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 25. Juli 2017 vor (Az.: XI ZR 260/15).

Gestört hatte sich der BGH daran, dass die beklagte #Kreissparkasse Groß-Gerau im konkreten Fall stets10 Cent pro TAN ohne Einschränkung verlangte, selbst dann, wenn die TAN vom Verbraucher gar nicht genutzt wurde. Die Deutsche Kreditwirtschaft geht daher davon aus, dass Banken auch künftig Gebühren für SMS-TAN nehmen können, wenn der Kunde die Ausgabe der TAN tatsächlich veranlasst hat und dann auch für die Erteilung eines Zahlungsauftrags genutzt hat.

Verbraucherschützer zeigten sich enttäuscht: „Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagt Klaus Müller, Vorstand des #vzbv. „Das Urteil könnte bedeuten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher selbst für einen so einfachen Vorgang wie eine Online-Überweisung keine Preistransparenz mehr haben.“

Verbraucher sind daher gut beraten, das Kontoangebot ihrer Bank genau unter die Lupe zu nehmen - und dabei nicht nur auf so wichtige Gebühren wie die monatliche Kontoführungspauschale zu achten, sondern auch kleinere Posten wie etwa Gebühren für TAN-SMS. Wem eine solche Gebühr nicht schmeckt, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als sich eine neue Heimat für sein Geld zu suchen und die Bank zu wechseln. 

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