Donnerstag, 14. September 2017

7:2 für Indexfonds gegen Hedgefonds

Wer kann es besser? Ein "fauler" Anleger, der einen Indexfonds kauft und zehn Jahre lang liegen lässt oder Hedgefondsmanager, die hyperaktiv eine Börsenwette nach der anderen eingehen? Das wollten Börsenlegende Warren Buffett und der Hedgefondsmanager Ted Seides wissen – und starteten vor fast zehn Jahren eine Millionenwette. Nun hat Seides seine Niederlage vorzeitig eingestanden.

Die Wette war auf zehn Jahre angelegt und startete am 1. Januar 2008, also in einer Phase, in der die Börsenwelt in der Finanzkrise unterzugehen drohte. Trotzdem legte Buffett das Geld – eine Million Dollar – in einen Indexfonds auf das wichtigste US-Aktienbarometer S&P 500 an. Seides investierte dagegen in fünf Hedgefonds. Abgerechnet wird zwar erst am Jahresende 2017 – aber Seides hat nun gut ein Vierteljahr vorher zugegeben: "Das Spiel ist aus, ich habe verloren." Angesichts der klaren Verhältnisse blieb ihm auch nicht viel anderes übrig.

Denn bis zur Jahresmitte hatte Buffett mit seinem Indexfonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von über sieben Prozent erzielt, Seides mit seinen spekulativen Hedgefonds lediglich von 2,2 Prozent. Also sozusagen 7:2 für Buffetts Indexfonds. Mit seiner Million machte Buffet damit 854 000 Dollar Ertrag, Seides "nur" 220 000 Dollar.

Ein wichtiger Grund für den klaren Sieg von Buffetts Indexfonds sind die Kosten. Während ein Indexfonds auf den S&P 500 in den USA lediglich jährliche Gebühren von durchschnittlich 0,02% kostet, verlangen Hedgefonds normalerweise 2,0% der Anlagesumme pro Jahr von den Anlegern plus eine Gewinnbeteiligung von 20 bis 50%. Damit hat sich wieder einmal das bestätigt, was passive Investments wie ETF so rasant in der Anlegergunst steigen lässt: Indexfonds schlagen langfristig die große Mehrzahl der aktiven Fondsmanager, und die niedrigen Kosten tragen erheblich zu dem großen Performanceunterschied bei.

Den Wettgewinn wird Buffett übrigens spenden. Er liegt voraussichtlich bei über einer Million Dollar, weil die jeweils 330 000 Dollar, die beide Wettpartner vor zehn Jahren eingesetzt und in Anleihen gesteckt hatten, inzwischen zusammen auf mehr als einer Million angewachsen sind.

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