Montag, 11. September 2017

Ist das der Anfang der Jahresendrally?

Ein Jahreshoch im Juni, dann eine Korrektur um rund sieben Prozent im Hochsommer  – und jetzt geht es wieder bergauf. Der Dax scheint seinem klassischen saisonalen Muster zu folgen. Vieles deutet darauf hin, dass er gerade Anlauf für die Jahresendrally 2017 nimmt. Doch ob es so kommt, hängt vor allem von einem Mann ab.

Zum einen wird die Börse sehr genau verfolgen, wie und wann die Straffung der Geldpolitik in Europa nun endgültig eingeleitet wird. Sehr zum Missfallen vieler Hardliner hat EZB Chef Mario Draghi die Zinswende auf der jüngsten EZB-Sitzung einmal mehr verschoben. Das zeigt aber auch, dass Draghi sehr behutsam vorgehen will – und das ist definitiv im Sinn der Börsianer. Eine harte oder schnelle Zinswende könnte den neuen Börsenaufschwung abrupt stoppen, doch allerspätestens jetzt dürfte klar sein, dass so etwas unter Mario Draghi kaum wahrscheinlich ist.

Das liegt auch an dem zweiten Risiko für die Börse: dem Kurs des Euro. Denn die Konjunktur in Europa läuft außerordentlich rund und die Preise steigen nur moderat. Allenfalls ein zu hoher Wechselkurs der Gemeinschaftswährung könnte die heile Welt derzeit kaputt machen. Denn so etwas schwächt bekanntermaßen die internationale Wettbewerbsfähigkeit empfindlich. Der Euro hat seit Jahresbeginn fast 15 Prozent zugelegt und ist zuletzt wieder ganz leicht gefallen. Höhere Zinsen würden dem Kurs des Euro aber neuen Auftrieb geben, denn Anlagen in Euro rentieren sich dann mehr.

Unendlich lange kann Draghi die Nullzinspolitik aber nicht mehr weiterführen. Auch Anleger wissen das und werden sich die Jahresendrally davon nicht vollkommen verderben lassen. Ein bisschen weniger dynamisch könnte sie allerdigns ausfallen, wenn Zinsen und Euro die Stimmung verderben.

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