Dienstag, 26. September 2017

Sorgt Trump für eine Jahresend-Rallye beim Dow Jones?

Sie kommt spät, aber sie kommt nun wohl doch noch in diesem Jahr: die US-Steuerreform. Donald Trumps wird sie in dieser Woche anscheinend in ihren Grundzügen präsentieren. Und das könnte, so die Meinung von Börsenexperten, für eine fulminante Jahresendrallye sorgen.

Wie es aussieht, bekommt Trump zwar die im Wahlkampf angekündigte Senkung der Unternehmensteuern von 35% auf 15% bei seinen republikanischen Parteifreunden und -feinden nicht durch  - aber auch die nun angepeilten 20 bis 25% würden die Wirtschaft und die Wall Street mächtig freuen. Denn das würde nicht nur die Firmenerträge anschieben, sondern auch die Investitionen und die Konjunktur befeuern. Zudem dürften die im Ausland gehorteten 1,3 Billionen Dollar Gewinne von US-Unternehmen teilweise in die Vereinigten Staaten transferiert werden.

Für die Aktienmärkte, die nach diversen Fehlschlägen bei der Reform von Obamacare schon die Hoffnung sausen haben lassen, dass Trump noch 2017 eine Steuerreform zustande bringen könnte, kommt die Nachricht zur rechten Zeit. Sie wird, darin sind sich die Investmentbanken und anderen Prognostiker weitgehend einig, für einen neuen Kursschub sorgen. Ein Experte, der an der Wall Street einen besonders guten Ruf geniesst, hat dies sogar am Wochenende beziffert: Jeremy Siegel, Professor an der Wharton School, rechnet damit, dass der Dow Jones Index bis Jahresende nochmals um zehn Prozent zulegen könnte. Voraussetzung sei, dass die Steuerreform tatsächlich auf den parlamentarischen Weg gebracht wird.

Eine Jahresendrallye an der Wall Street würde natürlich auch den übrigen Börsen gut tun. Das gilt für die europäischen wie die asiatischen, denn die Aussicht auf höhere Gewinne, ein stärkeres Wirtschaftswachstum und mittelfristig höhere Zinsen in den USA würde nicht nur die Weltkonjunktur kräftigen, sondern vermutlich auch die hartnäckige Dollarschwäche beenden. Und das wiederum würde den Unternehmensgewinnen außerhalb der USA, die zuletzt etwas unter dem schwächelnden Greenback gelitten hatten, einen Zusatzschub verschaffen. Die Anleger weltweit werden deshalb mit Argusaugen beobachten, ob und in welcher Form die Steuerreformpläne Trumps kommen - und abwägen, wie hoch die Chancen sind, dass sie umgesetzt werden.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen