Mittwoch, 25. Oktober 2017

Weltspartag - Mit Kindern über Geld reden

Der Weltspartag naht. Das merkt man als Erwachsener daran, dass man von der Sparkasse vor Ort einen Brief für sein Grundschulkind bekommt – mit der Aufforderung, am 30.10. unbedingt mit Spardose unter dem Arm zur Sparkasse zu bekommen, wo dann „tolle Überraschungen“ warten. Ein Schelm, wer dabei an Nullzinsen denkt.

Als Journalist merkt man, dass bald Weltspartag ist, daran, dass Finanzdienstleister versuchen, mit verschiedensten Studien rund ums Thema Sparen oder Geldanlage um Aufmerksamkeit zu buhlen. Da wird daran erinnert, wie hoch das Geldvermögen der Deutschen ist (Rekordstand; 5676 Milliarden Euro), in welchen Bundesländern zuletzt am meisten (Bayern), und am wenigsten (Sachsen-Anhalt) gespart wurde.

Und es wird auch jedes Jahr wieder thematisiert, dass die Deutschen eigentlich falsch sparen: zu viel Geld dauerhaft auf niedrig oder gar nicht mehr verzinsten Spar- und Tagesgeldkonten liegen haben und viel zu wenig in langfristig rentable Aktieninvestments stecken. Aber auch um Geld als Tabuthema geht es: Für die Mehrheit der Deutschen sei der Weltspartag kein Grund, mit seinen eigenen Kindern über den Umgang mit Geld zu sprechen.

Doch wie kann man Sparen und Geldanlage seinen Kindern am besten schmackhaft machen? Wer einfach das Schwein mit ein paar Cent zur Sparkasse trägt und sich dafür mit Filzstiften oder Aufklebern abspeisen lässt und wieder ein Jahr lang nicht mit seinen Kindern über das Thema redet, macht was falsch.

Hier die Schnelltipps einer Mutter:

1) Reden, erzählen, diskutieren Sie mit Ihren Kindern altersgerecht, aber ruhig so früh, wie sie sich dafür interessieren, über Geld.

2) Ermöglichen Sie Ihnen frühzeitig eigene ökonomische Entscheidungen, geben ihnen frühzeitig genügend Taschengeld fürs eigene Wirtschaften. Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine mittlere Tochter unbedingt einen ihrer Meinung nach tollen Waschbeutel (sie hatte schon einen anderen, der seine Funktion voll erfüllte!) haben wollte – und dann mehrere Tage mit sich und ihren Ersparnissen gerungen hat, ob er ihr das wirklich wert sei. Sie hat ihn sich geleistet und hält ihn besonders in Ehren.

3) Nicht so tun, als komme das Geld einfach aus dem Automaten, sondern erzählen und erklären sie, wie es dort hinein kommt, dass es erst erwirtschaftet bzw. erarbeitet werden muss.

4) Zeigen Sie, dass man nur ausgeben kann, was man vorher verdient hat. Erzählen Sie von eigenen ökonomischen Entscheidungen und Abwägungen.

5) Entlohnen Sie ihre Kinder ruhig auch mal finanziell für kleinere Dienste, die sie der Familiengemeinschaft erweisen, und lassen sie dann selbstständig darüber entscheiden, was sie mit dem Verdienten machen

Aber eines sollte man über alldem nicht vergessen: Machen Sie gleichzeitig klar, das Geld zwar wichtig ist, aber dass es die schönsten und wichtigsten Dinge im Leben (Vertrauen, Freundschaft + Co.) umsonst gibt.

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