Montag, 27. November 2017

Chinas KP will mehr Einfluss auf westliche Unternehmen

China macht Druck auf westliche Unternehmen im Reich der Mitte. Überall sollen Parteizellen aufgebaut werden, die bei den Geschäften mitreden dürfen. Das birgt Gefahren, nicht nur für die betroffenen Unternehmen.

Geschäfte machen in China, das war schon immer auch ein politisches Geschäft. In vielen Branchen ist der Marktzugang seit jeher nur über Joint Ventures mit chinesischen Partner möglich - und damit der Einfluss der Regierung indirekt gesichert.

Jetzt steigt der Druck noch einmal: Immer unverholener drängt China westliche Unternehmen im Reich der Mitte dazu, Parteizellen im Unternehmen zu gründen und zu finanzieren und denen Mitsprache bei der Geschäftsführung einzuräumen.

Damit stärkt die Regierung in Peking Chinas unglaubliche strategische Schlagkraft. Schon bisher ist  eine der größten Stärken des Landes, dass Ziele mit vereinten Kräften von allen angepackt und somit erreicht werden können.

Chinas Plan "Made in China 2025" definiert zehn Zukunftsbranchen, in denen das Reich der Mitte innerhalb des nächsten Jahrzehnts die Weltmarktführerschaft übernehmen will. Und das Land ist auf einem guten Weg, diese Ziele zu erreichen, denn alle arbeiten daran mit. Ob mit Übernahmen wichtiger Technologieführer im Ausland oder mit der eigene Geschäftspolitik. Jetzt will China ganz offensichtlich auch die wichtigen ausländischen Unternehmen enger in die Strategie einbinden.

Das wird sicher nicht nur zum Vorteil für die betroffenen Unternehmen sein. Wer übergeordnete Ziele verfolgen muss, bezahlt damit im Zweifel mit eigenen Umsätzen oder Gewinnen. Das ist auch gefährlich für die Weltwirtschaft. Denn auch die chinesische KP ist nicht unfehlbar. Das zeigte sich zuletzt beim Aufbau von Überkapazitäten in der Stahlindustrie. Da wurden Milliarden verbrannt.

Sollte die KP also eine falsche Richtung einschlagen, wird es für alle bitter: Denn das Land ist nach wie vor das Zugpferd der Weltwirtschaft. Wenn China hustet, legt sich die Weltwirtschaft mit Grippe ins Bett. Je mehr Unternehmen in die Strategie der KP eingebunden sind, desto stärker wird dieser Effekt ausfallen.

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