Dienstag, 5. Dezember 2017

US-Aktien: Trumps Steuerreform soll die Gewinne kräftig anschieben

Die Chancen steigen, dass Donald Trump "seine" Steuerreform doch noch in diesem Jahr in trockene Tücher bringt. Für die US-Aktien würde das eine deutliche Gewinnsteigerung mit sich bringen und so die inzwischen sehr hohe Bewertung etwas eindämmen.

Für viele Experten überraschend hat Trump gestern angedeutet, dass der Körperschaftsteuersatz nicht wie angestrebt auf 20 Prozent, sondern "nur" auf 22 Prozent gesenkt werden könnte, um einen Kompromiss zwischen den Vorlagen der beiden Häuser des Kongresses zu erleichtern. Das hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne, die nicht ganz so stark klettern würden wie bisher angenommen. Auf der Basis einer Steuersenkung auf 20 Prozent hatten Analysten bei den Unternehmen des S&P-500-Aktienindex einen zusätzlichen Gewinnschub je Aktie von 6 Prozent bis 8 Prozent errechnet. Die effektive Steuerquote, also das, was die Unternehmen nach Abzug von Abschreibungen etc. im Durchschnitt zahlen, sollte von 27 Prozent auf etwa 23 Prozent fallen.

Für die US-Börse, die seit Trumps Wahlsieg auch wegen seiner Steuerversprechen fast ohne Unterbrechung gestiegen ist, hängt viel davon, dass die Reform kommt und eine deutliche Reduzierung der Steuerlast mit sich bringt. Denn die Bewertung – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – ist beim S&P 500 mit 18,3 auf Basis der geschätzten Gewinne für 2018 weit überdurchschnittlich hoch. Ein Zusatzgewinn je Aktie von 6 Prozent würde das KGV auf 17,2 drücken, ein Gewinn von 8 Prozent auf 16,8. Und das wäre angesichts eines sich leicht verstärkenden Konjunkturaufschwung 2018 nicht mehr gar so übertrieben hoch.

Wie schon in den vergangenen Tagen werden die Anleger deshalb auf jede Bewegung in den Verhandlungen zwischen Senats- und Repräsentantenhaus-Republikanern achten. Aber auch für die anderen Börsen ist der Ausgang des Steuerstreits wichtig – die Einigung im Senat vorige Woche hat ja auch bei DAX und Co. die Kurse merklich angeschoben. Nicht zuletzt deshalb, weil niedrigere US-Unternehmensteuern den schwachen Dollar etwas stärken und damit den Gewinnen der Exporteure gut tun würden.

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