Dienstag, 23. Januar 2018

Donald Trump macht ernst mit "America First"

Dass Donald Trump in diesem Jahr auf das Weltwirtschaftsforum in Davos kommen will und dort sogar eine Rede hält, hat so manchen verwundert. Gilt das Treffen wichtiger Staats- und Unternehmenschefs doch als Hort der Globalisierung. Doch dass Trump dort keineswegs auf internationale Zusammenarbeit aus ist, machte er vorab mit einer Zollerhöhung klar.

Denn die USA machen ernst mit der angekündigten "America first"-Politik und schwingen zum ersten Mal so richtig die handelspolitische Keule. Präsident Trump hat einen Schutzzoll auf importierte Waschmaschinen und Solarmodule genehmigt. Je nach importierter Menge wird für diese Güter, aber auch auf Waschmaschinenteile künftig zwischen 20 und 50 Prozent Einfuhrzoll erhoben.

Die Maßnahme richtet sich eindeutig gegen chinesische und südkoreanische Hersteller, gilt aber weltweit und trifft daher alle. Sowohl auf dem Solar-, als auch auf dem Waschmaschinen-Markt hatten US Firmen in den vergangenen Jahren beständig Marktanteile verloren. Das könnte nun zumindest kurzfristig gestoppt werden. Der US-Hersteller Whirlpool zumindest freut sich über die Entscheidung, die Aktie des Unternehmens legte gleich einmal um zwei Prozent zu.

Den Preis für diese Maßnahme werden allerdings erst einmal die Verbraucher zahlen, denn klar ist, dass sie künftig höhere Preise für Waschmaschinen und Solaranlagen zahlen müssen. Das dürfte den Ausbau der Solarenergie verlangsamen. Noch bedenklicher ist allerdings die Dynamik, die diese Maßnahme auslösen könnte - bis hin zu einem Handelskrieg. Anzunehmen, dass dies ein wichtiges Thema  in Davos sein wird.

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