Freitag, 26. Januar 2018

Freitagsfrage: Was ist die Vorabpauschale bei der neuen Fondsbesteuerung - und wie wird sie berechnet?

Zum Jahresbeginn wurde die Besteuerung von aktiv gemanagten Fonds und ETF grundlegend geändert, wie bereits mehrfach von uns berichtet. Nun weiß man auch, mit welchem Basiszins die Vorabpauschale für 2018 berechnet wird. Aber wofür muss man diese kennen?


Ohne hier nochmals auf alle Details der neuen Fondsteuer einzugehen: Ein Punkt der Reform bringt Anlegern auf jeden Fall einen Bequemlichkeitsvorteil - die Vorabpauschale. Sie wurde insbesondere deshalb eingeführt, damit der Fiskus auf jeden Fall auch bei thesaurierenden Auslands-ETF jährlich Steuern kassieren kann. Sie greift also bei thesaurierenden Fonds, die Erträge also sofort wieder ins Fondsvermögen investieren. Zumindest ausländische thesaurierende Fonds waren bislang steuerlich sehr aufwändig zu händeln.

Das hat sich Anfang 2018 geändert: Jetzt sind sie vom steuerlichen Handling im Inlandsdepot den inländischen gleichgestellt. Seit Jahresbeginn 2018 kümmert sich Ihre Depotbank nämlich bei inländischen wie ausländischen Thesaurierern komplett um die Versteuerung der laufenden Erträge. Denn jährlich wird die so genannte Vorabpauschale als fiktiver Ertrag von den Banken berechnet und darauf Abgeltungssteuer einbehalten. Je nach Fonds-Typ wird hierbei noch die jeweilige Teilfreistellung berücksichtigt.

Wir erinnern uns: Wie hoch die Teilfreistellungen sind, hängt von der Art des Fonds ab: Bei Aktienfonds (mit mehr als 50 Prozent Aktien im Depot) werden 30 Prozent der Ausschüttungen von der Abgeltungsteuer freigestellt, bei offenen Immobilienfonds mit Schwerpunkt  Deutschland beträgt der Satz 60 Prozent. Bei Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent sind es 15 Prozent.

Doch was hat man als Privatanleger mit einem Inlandsdepot jetzt von der Vorabpauschale?  Da Sie künftig Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale abgezogen bekommen, müssen Sie ab dem Steuerjahr 2018 nicht mehr jährlich die Erträge von thesaurierenden ETF in Ihrer Steuererklärung aufführen. Eine klare Vereinfachung.

Die Berechnung der Pauschale ist nicht ganz trivial. Wenn Sie es genau wissen wollen, gibt es die nötigen Infos auf der Website des Fondsverbands BVI. Dort erläutert eine Broschüre die Details:

Die Höhe der Vorabpauschale bestimmt sich nach dem Wert des Fondsanteils am Jahresanfang multipliziert mit 70 Prozent des jährlich amtlich veröffentlichten Basiszinssatz. Dieser Basiszins wird durch die Deutsche Bundesbank anhand der Durchschnittsverzinsung öffentlicher Anleihen ermittelt . Das Bundesfinanzministerium hat diesen Basiszins gerade bekanntgegeben: Für 2018 beträgt er  0,87 Prozent.

Und so lautet die Formel für die Ermittlung der steuerpflichtigen Vorabpauschale: Rücknahmepreis des Fondsanteils zum Jahresanfang x 70 Prozent des Basiszinssatzes laut Bundesbank = Basisertrag, abzüglich etwaiger Ausschüttungen = Vorabpauschale

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