Mittwoch, 24. Januar 2018

Starkes Argument für Aktien als Langfristanlage

Aktien sind gute, da renditestarke Geldanlagen, vorausgesetzt, man sieht sie als Langfristinvestment und legt breit gestreut an. Einen eindrucksvollen Beleg dafür bringt das aktualisierte Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts für die Indizes DAX und Eurostoxx.

Kapitalmarktexperten werden nicht müde, gebetsmühlenartig Aktieninvestments zu preisen, doch deutsche Privatanleger lassen sich trotzdem nur ungern überzeugen: "Mit breiter Streuung und langfristigem Anlagehorizont bietet die Aktienanlage überlegene Renditechancen, und die Risiken kurzfristiger Kursschwankungen lassen sich beherrschen. Aktien oder Aktienfonds sollten aus unserer Sicht – natürlich in Abhängigkeit von der persönlichen Lebenssituation - ein fester Bestandteil der Vermögensbildung und Altersvorsorgestrategie sein", schreibt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) bei der Veröffentlichung seiner aktualisierten Renditedreiecke.  Das Rendite-Dreieck stellt die Kurs- und Dividendenentwicklung in Aktien des DAX über Zeiträume von einem bis zu 50 Jahren optisch dar, für den Eurostoxx seit 1986.

Das Jahr 2017 lief für die Aktienanlage im DAX sogar  überdurchschnittlich gut: Die Jahresperformance betrug 12,5 Prozent. Doch bei diesem Wert darf man nicht vergessen, dass es auch Jahre gab – und gewiss in der Zukunft auch mal wieder geben wird, fragt sich nur wann –, die Anlegern zweistellige Minus-Werte bescherten.

Wichtiger als eine erfreuliche Jahresperformance  ist daher die Langfrist-Betrachtung - und die ist ein starkes Argument für die breit gestreute Aktienanlage. Wer 15 Jahre oder mehr durchhielt, hatte in der Vergangenheit im Eurostoxx stets ein Plus zu Buche stehen. Beim DAX ging das sogar noch etwas schneller - und das trotz aller Börsencrashs zwischendurch.

Historisch betrachtet lagen die jährlichen Renditen für 20-Jahres-Anlagezeiträume im Schnitt bei rund 9 Prozent, hat das DAI errechnet. Das eingesetzte Vermögen verdoppelt sich bei dieser Wertentwicklung etwa alle 8 Jahre. Verluste mussten die Anleger über solche Langfrist-Zeiträume in der Vergangenheit gar nicht fürchten. Im Gegenteil: Im schlechtesten vom Rendite-Dreieck erfassten 20-Jahreszeitraum lag die jährliche Rendite immerhin bei fast 6 Prozent. Für die Verdoppelung des Vermögens benötigte der Anleger dann rund 13 Jahre.

„Mit Aktien lassen sich damit nicht nur die Ersparnisse schneller vermehren als bei den meisten anderen Anlageformen; Aktien leisten dies auch mit großer Sicherheit“, erläutert Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des DAI - und ergänzt „Die Erfahrung zeigt: Es ist in unser aller Interesse, dass die Aktie viel stärker für Vermögensbildung und Altersvorsorge genutzt wird.“

Doch das ist derzeit ein frommer Wunsch - bedenkt man zum Beispiel, dass die Fördersätze und Einkommensgrenzen beim Sparen mit Vermögenswirksamen Leistungen seit vielen Jahren nicht angehoben wurden.  Die Politik ist aus meiner Sicht dringend gefordert, hier tätig zu werden. Warum denn nicht endlich ein privates Altersvorsorgekonto starten, das meinetwegen auch steuerbegünstigt ist (dann ist es den steuersensiblen Bundesbürgern vielleicht besser schmackhaft zu machen), aber den Bürger Raum lässt, privat auch in Investmentfonds und ETF zu sparen. Es wäre schön, wenn solche Fragen bei den kommenden Verhandlungen nur nächsten GroKo eine Rolle spielen könnten.

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1 Kommentar:

  1. Interessanter Ansatz – ein steurrbegünstigtes Depot für die private Altersvorsoge mit Aktien, ETFs und dergleichen. Schade, dass man fast mit Sicherheit sagen kann, dass solche Vorschläge bei einer neuen GroKo keine Rolle spielen werden.

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