Montag, 19. Februar 2018

Die US-Steuerreform bedroht den Börsenaufschwung

Donald Trump schaut ja gerne mit Zufriedenheit auf die bisherige Bilanz seiner Amtszeit. Und bisher hatte er vor allem ein gutes Argument für seinen wirtschaftlichen Erfolg: Seit seiner Wahl stiegen die Kurse an der Wall Street unablässig. Doch damit ist es jetzt vorbei, und beendet hat die Hausse wohl der Präsident persönlich.

Denn Ende 2017 peitsche der Präsident in Rekordtempo eine Steuerreform durch, die reiche Menschen aber vor allem auch Unternehmen entlasten. Und zunächst feierte die Börse auch den unverhofften Geldsegen für Unternehmen.

Doch langsam protestieren nicht nur die Finanzminister andere Länder gegen das US-Reformpaket, weil sie einen Steuerdumping-Wettbewerb fürchten, der am Ende allen schaden würden. Auch immer mehr Ökonomen und Anleger sehen die Sache kritisch. Wie zuletzt Christine Lagarde, Chefin des IWF, fürchten sie, dass die Steuerentlastung der Unternehmen der Wirtschaft letztendlich schaden wird.

Denn die US Konjunktur boomt, eigentlich brauchen die Unternehmen keinen zusätzlichen Schub. Im Gegenteil, weil die Wirtschaft so rund läuft, droht Inflation, und die Zentralbank Fed wird die Zinsen erhöhen. Mit der Steuerreform könnte das schneller und nachhaltiger nötig werden.

Das trifft die Börsen gleich mehrfach: Einerseits steigen die Finanzierungskosten für die Wirtschaft, gleichzeitig wird das Investieren in Zinsanlagen im Dollarraum attraktiver. Aktien werden dagegen uninteressanter und Exportunternehmen müssen mit einem stärkeren Dollar und weniger Wettbewerbsfähigkeit rechnen.

Am Ende wäre die Wirtschaft also wieder schwächer, die Staatsschulden der USA aber erheblich höher. Und das wäre dann kein Grund zur Zufriedenheit.


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