Montag, 26. Februar 2018

Warren Buffett wettet und erteilt Anlegern eine Lehre

Der legendäre Investor Warren Buffett hat wieder Milliarden verdient und erklärt in dem neuesten seiner berühmten Briefe an seine Aktionäre, wie genau, und dass die Hälfte in etwa durch Trumps Steuerrefom zustande kam. Doch das interessanteste in dem diesjährigen Jahresbericht ist ein Wette, die Buffett eingegangen ist und gewonnen hat – und die der Fondsindustrie gar nicht gefallen dürfte.


Die Wette hatte Buffett hat vor zehn Jahren, am 19. Dezember 2007, abgeschlossen. Der Einsatz: 318.250 Dollar, angelegt in so genannte Strip Bonds, also zinslose US-Staatsanleihen im Nominalwert von 500.000 Dollar, die damals für eine Kurs von etwa 64 Prozent zu haben waren. Sein Gegner: Die Vermögensverwaltung Protége Partners, die auf Hedgefondinvestments spezialisiert ist. Die setzte die selbe Summe exakt gleich ein und die eine Million Dollar, die im Dezember 2017 fällig geworden wären, sollten an eine wohltätige Organisation gehen.

Die Wette: Warren Buffett kaufte einen sehr günstigen passiven Indexfonds auf den S&P 500 und wettete, dass dieser nach zehn Jahren mehr Ertrag bringt als das aktiv gemanagte Portfolio, das Protége Partners ins Rennen schickte. Es bestand aus fünf Dachfonds, die insgesamt bis zu 200 Hedgfonds kaufen und verkaufen konnten.

Im ersten Jahr sah es so aus, als könnte es eng werden für Buffett. Denn 2008, inmitten der Finanzkrise, schnitt der S&P grausam schlecht ab und brach um 37 Prozent ein, während sich die Dachfonds alle besser schlugen. Und bekanntermaßen ist das erste Jahr bei der Vermögensbildung ja das wichtigste, denn hier wirkt der Zinseszinseffekt am stärksten. Doch schon in Jahr Zwei – 2009 – drehte der Wind und ab da und auch insgesamt hätten Anleger mit dem S&P wesentlich besser gelegen.

Das ist für Experten vielleicht nicht ganz überraschend: Das Portfolio von Protége war nicht schlecht, doch die Kosten für Kauf und Verkauf von Positionen und vor allem die Managementgebühren der vielen beteiligten Fondsmanager knabberten an der Performance.

Die eigentliche überraschende Lehre liegt dann auch woanders: Nach fünf Jahren – inmitten der Niedrigzinsphase, notierten die Strip Bonds bei 97 Prozent, und damit fast bei einer Million Dollar, denn die Zinsen für Staatsanleihen waren zeitweise unter ein Prozent gesunken. Gewinnchancen gab es so gut wie keine mehr und Warren Buffett überredete die Protége. die Anleihen in Berkshire Aktien zu tauschen.  Und er versprach, Verluste auszugleichen, sollten die Aktien am Ende weniger als eine Million Dollar wert sein. Das Ergebnis ist ziemlich erfreulich für die wohltätige Organisation: Die Spende beträgt jetzt nicht eine sondern weit mehr als zwei Millionen Dollar.

Die Lehren? Passives Investment ist längerfristig am aussichtsreichsten, Fonds kosten in der Regel zu viel Geld. Und Anleihen ohne Zinsen sind ein schlechtes Geschäft. Doch für Buffett ist das alles wenig überraschend. Für ihn steckt die Lehre vor allem in dem Tausch der Anleihen in Berkshire Aktien. Mit einer "Kindergarten-Entscheidung" habe sich hier die Performance dramatisch verbessert.

Sein Rat an alle Anleger ist daher: "Bleiben Sie bei großen, einfachen Entscheidungen und vermeiden sie Aktivität."


Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen