Donnerstag, 8. März 2018

Amazon lehrt die Banken das Fürchten

Der Versandhändler #Amazon erwägt den Einstieg ins Bankgeschäft. Auf den ersten Blick mag das verwundern, denn das klassische  Kontengeschäft kostet die Finanzinstitute eher Geld, als dass sie daran verdienen. Doch das wäre zu kurz gedacht, Bankaktionäre müssen umdenken!

Bloomberg berichtet, dass Amazon keine Banklizenz erwerben, sondern mit einer Großbank kooperieren und Konten anbieten wolle. Zielkunden sollen erst einmal die junge Generation sein, die vornehmlich via Mobilgerät agiert und zum Teil noch kein Bankkonto hat. Ganz neu sind Finanzgeschäfte für Amazon nicht, der Versandhändler vergibt bereits Kredite an Händler, offeriert Kreditkarten in Kooperation mit der Chase Bank, Visa, etc und ermöglicht zum Teil auch Einzahlungen direkt auf das Amazon-Shopping-Konto.

Der Einstieg ins Geschäft mit Bankkonten wäre für Amazon gleich aus mehreren Gesichtspunkten ein cleverer Schachzug: Zum einen bleiben bei einer Kooperation mit einer Großbank Aufwand und Kosten überschaubar, da der regulatorische Aufwand für eine Banklizenz, etc entfällt und Amazon - im Gegensatz zu den Banken – kein teures Filialnetz mit Beratern vor Ort benötigt. Zum anderen – und das ist vermutlich der gewichtigere Aspekt – erhöht Amazon damit die Kundenbindung und erhält gleichzeitig wertvolle Informationen zum Verbraucherverhalten, Einkünften oder anderen Ausgaben, etc.

Wer Bankaktien besitzt, sollte sein Engagement überdenken. Amazon hat den Buchhandel revolutioniert und auch den Einzelhandel auf den Kopf gestellt. Warum also nicht auch die Finanzwelt? Langfristig könnte die Amazon-Aktie - trotz der hohen Bewertung – bessere Ergebnisse abwerfen als die etablierten Finanztitel. 

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