Montag, 9. April 2018

Anlagenotstand reloaded

Die Zeiten für Sparer werden nicht einfacher. Bisher galt zumindest: Zinsanlagen bringen nichts, aber mit Aktien konnten Anleger eine ordentliche Rendite einfahren. Doch die richtig guten  Zeiten scheinen vorbei: Besser wird die Lage für Unternehmen derzeit nicht. Für Anleger ist das eine echte Herausforderung.

Seit Wochen zucken Dow Jones, Dax und Co immer wieder zusammen. Egal ob es Trumps jüngste Tiraden im Handelsstreit sind,  neue Ängste vor Zinserhöhungen oder einzelne Unternehmensnachrichten: Ein Anlass für Kursverluste findet sich immer. Und obwohl die Notierungen sich meistens wieder ein wenig aufgerappelt haben, wird immer deutlicher: Die besten Zeiten für Aktienanleger sind erst einmal vorbei.

Denn noch günstiger als in letzter Zeit kann das Umfeld kaum werden: Die Konjunktur brummte, Zinsen und Ölpreis waren niedrig, die Auswirkungen der politischen Wirren von Trump und dem Brexit überschaubar.

In allen Bereichen ziehen aber nun Wolken auf: Die Konjunktur scheint an Schwung zu verlieren, heute erst überraschten unerwartet negative Exportzahlen aus Deutschland. Die Störfeuer aus der Politik entwickeln immer mehr Potenzial, die Wirtschaft zu schädigen, etwa wenn der Handelsstreit der USA mit China in eine heißere Phase treten sollte. Lediglich die Zinsen in Europa dürften noch eine Weile niedrig bleiben, eben weil die Lage sich eingetrübt hat.

Genau das ist aber ein Riesenproblem für Anleger. Wer sein Geld unterbringen will, hat die Wahl zwischen sicheren Verlusten nach Inflation aus Zinsanlagen und durchaus möglichen Kursverlusten aus Aktien. Was also tun? Langfristig denken und die gute alte Risikostreuung beachten ist wohl die beste Strategie. Man nehme einen Teil solide Aktien, einen Teil Zinsanlagen und viel Zeit.



Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen