Montag, 16. April 2018

Trump bringt China und Japan zusammen

Acht Jahre lange herrschte mehr oder weniger Funkstille. Jetzt haben sich hochrangige Vertreter aus China und Japan erstmals wieder zusammengesetzt. Denn die Politik von US-Präsident Trump lässt alle nach neuen Partnern suchen. Das wird auch wirtschaftlich viel verändern.

Alleine, dass sich die beiden Außenminister Chinas und Japans treffen, ist eine kleine Sensation.    Neun Jahre ist der letzte Besuch eines chinesischen Chefdiplomaten in Japan inzwischen her. Doch Wang Yi und sein Amtskollege Taro Kono haben viel zu besprechen. Vor allem, wie es für Asien weitergeht, wenn die USA ihre Drohungen wahrmachen und eine Handelskrieg mit China anfangen.

Denn das würde nur Verlierer rund um den Globus produzieren, glauben auch die meisten Ökonomen. Das gewerkschaftsnahe Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung spricht gar von einer erhöhten Rezessionsgefahr für Deutschland. Japans Außenmister Kono betont daher auch dass "ein Wirtschaftskrieg – unabhängig davon welches Land ihn ausgelöst hat – einen massiven Effekt aus die internationale Wirtschaft haben würde."

Klar ist: ein Handelskrieg träfe auch Japan und China kurz- und vermutlich auch mittelfristig empfindlich. Denn beide Nationen sind vom Export abhängig und verlören mit den USA als Kunden und einer rückläufigen Weltwirtschaft erheblich Einnahmequellen. Langfristig könnte Donald Trump mit seinem Handelskrieg aber ausgerechnet Chinas Regierungschef Xi Jiping in die Hände spielen.

Der träumt schon länger von der "neuen Seidenstraße" mit der die Infrastruktur für eine enge wirtschaftliche Bindung von Asien, Europa, Nahost und Afrika geschaffen wird. Ein Projekt, dem Japan bisher skeptisch gegenübersteht, weil es die Vormachtstellung Chinas weiter ausbaut. Doch jetzt haben die beiden Außenminister auch darüber gesprochen. Trumps Drohungen alleine verschieben also schon einiges.


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