Freitag, 22. Juni 2018

Freitagsfrage: Warum steht der Dow Jones Index vor einer Zeitenwende?

Keine gute Zeiten für Traditions-Ikonen, oder anders formuliert: Keine Serie hält ewig: Erst hat es den Hamburger Sportverein (HSV) erwischt, der  2018 als letztes Gründungsmitglied erstmals aus der Fußball-Bundesliga abstieg. Und nun fliegt auch noch #General Electric (GE) aus dem Dow Jones Index, dem der Konzern beim Start 1896 angehörte und seit 1907 durchgehend - bewegte Zeiten für fußballerisch bewanderte Börsianer.

Nach mehr als 110 Jahren Mitgliedschaft muss die Industrie-Ikone GE, einst das teuerste Unternehmen der Welt und von #Siemens eifersüchtig beäugt, das bekannteste Börsenbarometer der Welt verlassen. Und das, obwohl GE sich bemüht, den Anlegern zu verkaufen, dass es für das Internet der Dinge bestens gerüstet ist. Doch die glauben es nicht - der Aktienkurs hat sich binnen Jahresfrist halbiert. GE macht Platz für Amerikas größte Apotheken- und Drogeriekette Walgreens Boots Alliance, die weltweit aktiv ist.

Hätten Sie es übrigens gewusst? Der Dow Jones Industrial, der in den Medien meistens mit Dow Jones oder auch nur Dow abgekürzt wird, ist zwar der bekannteste Index der Welt, aber genau genommen ist er überhaupt kein Index. Korrekt heißt er nämlich Dow Jones Industrial Average, also Durchschnitt – und wurde 1896 erstmals publiziert. Er wird viel einfacher und nicht nach wissenschaftlichen Methoden berechnet wie moderne Indizes und gewichtet die Aktien auch nicht wie diese nach dem Börsenwert (der Marktkapitalisierung), sondern nach dem Aktienkurs. Je höher der Kurs, desto größer der Anteil am Indexniveau. Das wirkt antiquiert – aber der Popularität des „Dow“ tut das keinen Abbruch.

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