Donnerstag, 6. September 2018

Überweisungen per "smarte" Lautsprecher: Okay Google, wie viel Geld habe ich?

Was man nicht im Kopf hat, muss man heutzutage nicht mehr in den Beinen haben, man kann auch so genannte smarte Lautsprecher mit Sprachassistenten – etwa Amazon Echo mit Alexa oder Google Home mit Assistant – um Hilfe bitten. Erste Banken in Deutschland ermöglichen inzwischen nicht nur Kontostandsabfragen, sondern auch Überweisungen.

Die Stasi hätte in den 1980er Jahren vermutlich geweint vor Glück, heutige Datenschützer warnen weiterhin deutlich vor den Kistchen, doch trotzdem stellen sich immer mehr Deutsche ganz freiwillig Lautsprecherboxen mit eingebauten Mikrofonen ins Wohnzimmer, die auf ein Codewort hin Musik abspielen oder das Licht dimmen. Vorausgesetzt, man hat sie zuvor auf diese Aufgabe eingerichtet und dafür geeignete andere Geräte im Haus.

„In den nächsten Jahren werden wir immer mehr Geräte wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern. Hier entsteht gerade ein neuer Milliardenmarkt“, zeigt man sich beim IT-Industrieverband Bitkom optimistisch. Kein Wunder also, dass auch die Banken mitmischen möchten.

Seit Mai 2017 gibt es für Amazons virtuelle Assistentin Alexa erste so genannte Skills, also spezielle Anwendungen, mit der sich Börsenkurse etc. abrufen lassen. Überweisungen ermöglicht Amazon dagegen bislang in der EU noch nicht. Anders Google Home mit Assistant, das eigentlich später in Deutschland gestartet war. Die Comdirect ermöglicht jetzt darüber eigenen Angaben nach als erste deutsche Bank, den Kontostand abzufragen und Überweisungen vorzubereiten, die dann allerdings noch über eine Banking-App auf dem Handy freigegeben werden müssen.

Die Sparkassen bieten bereits seit Februar 2018 die Abfrage von Kontoständen, Kreditkartenumsätzen, Eingaben und Ausgaben über so genannte Actions für den Google Assistant an, inzwischen läuft das Angebot bei rund 30 Sparkassen. Über die Frage "Wie viel Geld habe ich", kann man sich zum Beispiel die Summe der Guthaben aller hinterlegten Konten ansagen lassen. Ab November sollen auch Kleinstüberweisungen per Spracheingabe klappen und Depotbestände abgefragt werden.

Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass weitere Institute auf diesen Zug aufspringen werden.

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