Montag, 8. Oktober 2018

Wirtschafts-Nobelpreis für Klimamodelle

William Nordhaus und Paul Romer - so heißen die diesjährigen Träger des Wirtschafts-Nobelpreises, der ja eigentlich kein echter Nobelpreis ist, wie Gegner oft betonen. Dennoch hat er große Außenwirkung. Um so interessanter, dass sich die Schwedische Akademie für die Forschung in Sachen Klimawandel entschieden hat – zur Hälfte zumindest.

Denn eine Hälfte des Nobelpreises geht an Paul Romer und der forscht vor allem zum Thema technologischer Wandel und seinen Einfluss auf die Wirtschaft. William Nordhaus dagegen hat Modelle entwickelt um zu untersuchen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Wirtschaft hat und wie sich ressourcenschonendes Wirtschaften auf Wachstum auswirkt.

Seine Auszeichnung zieht daher auch mehr Aufmerksamkeit auf sich, als die von Romer. Immerhin ist Nordhaus – wie Romer – US-Amerikaner, also Bürger im Land von Präsident Donald Trump, der ja bekanntermaßen leugnet, das es so etwas wie den Klimawandel überhaupt gibt. Dem widerspricht die Akademie mit der Verleihung des Preise an Nordhaus nun ausdrücklich.

Dass die Forschung über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wirtschaft bald dringend benötigt werden, zeigt der jüngste beunruhigende Weltklimabericht. Die Erwärmung der Erde auf 2 oder gar 1,5 Grad zu beschränken, ist schon jetzt nur unter höchsten Anstrengungen zu erreichen, ist da zu lesen. Und die Auswirkungen des Temperaturanstiegs auf Artenvielfalt, Meeresspiegel und Unwetter sind dramatisch und werden mit jedem noch so kleinen Mehr an Erwärmung deutlich schlimmer.

William Nordhaus und seine Forschung machen da Mut. Er ist nämlich der Meinung, dass es  gelingen kann, die CO2 Emissionen stark einzschränken – ohne die Wirtschaft allzusehr in Mitleidenschaft zu ziehen. "Es ergeben sich dabei einige Einschränkungen", sagte er nach der Bekanntgabe der Entscheidung des Nobelpreiskomitees. "Aber wenn wir einmal damit anfangen und versuchen, weniger Kohlendioxid freizusetzen, werden wir erstaunt sein, dass es nicht so schwierig ist wie gedacht.“

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