Montag, 28. Januar 2019

Die Börse bleibt gelassen – zu Recht

Brexit, Trumps Mauerstreit, eine Regierung in Italien, die unberechenbar scheint, der Streit um die Zukunft der Mobilität, der Handelsstreit mit China - die Liste der potentiellen Krisenherde ist lang. Und nun zeigt auch noch der ifo-Geschäftsklimaindex, dass die Konjunkturkurve in Deutschland klar nach unten zeigt. Doch die Börse bleibt gelassen.

Bislang ist der Januar ein prächtiger Monat für Börsianer. Nach dem schlechten Jahr 2018 legte der Dax seit Jahresbeginn fast sieben Prozent zu. Dabei gäbe es genügend Anlass für Angstzustände und Panikverkäufe. Die politischen Problemfälle auf der Welt sind alle noch da, teilweise, wie in Sachen Brexit zum Beispie,. haben sie sich sogar zugespitzt.

Und nun schwächelt auch noch die Konjunktur immer mehr. Der jüngste ifo-Index zeigt klar nach unten – vor allem die Erwartungen sind schlecht. Die Unternehmer schauen also sorgenvoller in die Zukunft. Denn die deutsche Exportwirtschaft leidet unter der internationalen Schwäche, allen voran in China.

Kann das für die Börse noch lange gut gehen? Es kann, denn nichts von den Problemen ist neu, auch die schwächere Wirtschaftslage war vorausgesagt. Weil die Anleger immer versuchen, weit voraus zu schauen, haben sie sich vergangenes Jahr schon darauf eingestellt und Aktien verkauft. Jetzt freuen sie sich vor allem über die Signale der Zentralbanken in den USA und Europa, die Geldpolitik weiter locker zu fahren und kaufen vorsichtig zu.

Das kann gut ausgehen, denn jede Krise ist ein Risiko, kann aber auch gelöst werden und dann zur guten Nachricht mutieren. Aber natürlich kann auch irgendwas schief gehen. Aber ist das nicht immer so?


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