Montag, 7. Januar 2019

Fed-Chef Powell rettet die Börsenwelt – erstmal

Leicht dürfte das für Jerome Powell nicht gewesen sein. Seit Monaten steht er unter Beschuss von US-Präsident Donald Trump, der seine Politik der schrittweisen Zinserhöhungen in den USA für den Konjunkturkiller schlechthin hält. Bisher hatte sich Powell davon unbeeindruckt gegeben, doch jetzt signalisierte er, dass weitere Zinserhöhungen überdacht werden könnten. Und rettet damit die Weltbörsen vor weiteren Verlusten.

Es ist nur ein Satz, der die Kurse von weitem Absturz bewahrt: "Wir sind bereit, die Geldpolitik rasch und flexibel anzupassen", sagte Powell letzte Woche und prompt stoppe der Abwärtstrend an den Börsen. Denn damit ist die automatische Erhöhung der Leitzinsen in den USA beendet. Die Fed hat sich den Handlungsspielraum eröffnet, eine schlechtere Wirtschaftsentwicklungen mit einer lockereren Geldpolitik zu bekämpfen.

Das ist die gute Nachricht für die Börsianer. Die schlechte ist, dass die Wirtschaft tatsächlich in so unruhiges Fahrwasser gerät, dass Powell sich zu diesem Schritt gezwungen sieht. Denn natürlich ist es Powells Job, sich gegen Trumps Forderungen zu wehren. Wenn er sich also jetzt dazu entscheidet, weitere Zinserhöhungen in Frage zustellen, muss er sehr gute Argumente haben.

Und das ist die schlechte Nachricht für Börsianer: Die Wirtschaft in den USA gerät in Schwierigkeiten. Das liegt an der Politik von Trump, den Handelskonflikten, die er hervorgerufen hat und der gewagten Haushaltspolitik, aber auch an dem Zyklus der US-Konjunktur: Nach jahrelangem Aufschwung stehen die Zeiten eben auch dort auf Abkühlung.

Unter dem Strich kann Powell also die erste Handelswoche 2019 retten. Ob er das das ganze Jahr vermag, ist fraglich.


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