Freitag, 31. Januar 2020

Freitagsfrage: Was sagt die 72er-Regel den Anlegern?

Haben Sie schon einmal von der 72er-Regel gehört oder gelesen? Vermutlich ja, weil sie in Beiträgen über Anlagestrategien und Altersvorsorge immer wieder erwähnt wird. Was aber besagt diese Regel überhaupt?

Bei der 72er-Regel handelt es sich um eine Faustformel, mit der man schnell ausrechnen kann, wie viele Jahre es dauert, bis sich das Kapital verdoppelt. Der Zeitraum hängt natürlich von der durchschnittlichen Rendite ab. Die 72-er Regel heißt so, weil man einfach diese Zahl durch die Rendite dividieren muss, um die Zeit bis zur Kapitalverdopplung zu erfahren. Bei einem Zinssatz von drei Prozent dauert es also 24 Jahre, bei sechs Prozent entsprechend 12 Jahre und bei 10 Prozent 7,2.  Jahre.

Diese Regel ist vor allem in jüngster Zeit wieder öfters zitiert worden, weil sie bei den aktuellen Renditen für Zinsanlagen nicht mehr oder nur beschränkt verwendbar ist. Bei einem Durchschnittszinssatz von 0,01 Prozent, den die Bundesbank für die beliebteste Sparform Tagesgeld errechnet hat, würde es also 7200 Jahre dauern, bis das Kapital doppelt so hoch wird. Mit diesem Argument versuchen Berater, die Bundesbürger dazu zu bringen, einen Teil ihrer Ersparnisse aus Zinsanlagen abzuziehen und in Aktien, Aktienfonds oder Aktien-ETF anzulegen. Denn die brachten langfristig im Jahredurchschnitt weltweit Renditen von sechs bis zehn Prozent und bilden derzeit die einzige Möglichkeit, mit Geldvermögen (wozu Immobilien nicht gehören) Kapital kräftig zu vermehren.

Die 72er-Regel führt aber nicht nur deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, sich in der zinslosen Zeit nach Alternativen umzusehen. Sie zeigt auch, wie die Inflation das Vermögen entwertet. Um die Zeit bis zur Halbierung der Kaufkraft zu erfahren, muss man 72 durch die Inflationsrate teilen. Wenn man annimmt, dass die Januar-Teuerungsrate von 1,7 Prozent dem Durchschnitt in der Zukunft entspricht, halbiert sich die Kaufkraft also nach gut 42 Jahren.

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