Donnerstag, 30. Januar 2020

Studie: Hochfrequenzhändler machen aus kleinen Gewinnen das große Geld

Wieviel Geld den Anlegern durch den Hochfrequenzhandel entgeht, haben in jahrelanger Arbeit die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA und die Universität Chicago ermittelt. Die Ergebnisse sollte Bundesfinanzminister Olaf Scholz dringend lesen, will er doch die Wegelagerer des Handels bei der Finanztransaktionssteuer verschonen.   

2014 sorgte ein Buch für großes Aufsehen bei den Investoren: "Flash Boys" von Michael Lewis beschreibt, wie sich Hochfrequenzhändler einen schnellen Zugang zu den Börsen verschaffen und Anleger abkassieren. Diese Marktteilnehmer setzen auf Hochleistungsrechnern automatisierte Programme ein, um Kursunterschiede an den Börsen auszunutzen. Mehr Details zum Thema finden Sie auch in unserem Blogbeitrag „Algotrading und Hochfrequenzhandel: Was ist das und was bringt es?“

Dass sich die Geschäfte lohnen, steht außer Frage. Da aber hier der eine kassiert, was dem anderen entgeht, ist die Frage interessant, wieviel Geld die Hochfrequenzhändler einstreichen. Für die Studie "Quantifying the High-Frequeny Trading 'Arms Race': A new methodology and estimates" haben die Wirtschaftswissenschaftler Matteo Aquilina und Peter O'Neill von der FCA und Eric Budish von der Universität of Chicago die Daten für alle Aktien des FTSE 350-Index an der London Stock Exchange über zwei Monate hinweg analysiert.  Bezogen auf den britischen Aktienmarkt errechneten die Wissenschaftler 60 Millionen Pfund pro Jahr (rund 50 Mio. Euro), weltweit sind es rund 5 Milliarden Dollar jährlich.
   

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