Donnerstag, 12. März 2020

Wer jetzt an Puts denkt, muss mehr als nur fallende Kurse im Blick haben


Der starke Rücksetzer an den Aktienmärkten ist ein Schock für Anleger. Nachdem US-Präsident Trump nun auch noch die Einreise von Europäern beschränkt, dürfte der DAX weiter einbrechen. Doch wer jetzt daran denkt, noch schnell Puts zu kaufen, um auf weiter fallende Kurse zu spekulieren oder Bestände abzusichern, geht ein doppeltes Risiko ein.

Denn den Preis eines Puts (zu Deutsch: Verkaufsoption) bestimmt nicht nur der zugrundeliegende Basiswert, also beispielsweise der aktuelle DAX-Stand, sondern auch die implizite Volatilität (erwartete Schwankungsbreite). Sie ist in der Regel neben der Kursentwicklung des DAX der gewichtigste Einflussfaktor auf den Optionspreis. In extremen Marktphasen manchmal sogar der gewichtigste.

Volatilitäts-Maßstab für den DAX ist der Volatilitäts-DAX, der sogenannte VDAX-New. Er wird oft auch Angst-Indikator genannt. Und dieser ist bereits stark gestiegen. Wie die Grafik zeigt, entwickelt sich der Volatilitätsindex konträr zum Aktienmarkt.
 



Quelle: boerse-frankfurt.de

Mit einem Stand von aktuell 53 Prozent (Endstand 11.03.) ist die erwartete Schwankungsbreite momentan außerordentlich hoch. Ende 2019 lag der Wert noch bei 15 Prozentpunkten.

Doch was heißt das für die Kurse? Ein Beispiel: Ein DAX-Put mit 3 Monaten Laufzeit und einer Basis von 10.000 Punkten kostet bei einem Indexstand von rund 10.000 Punkten gut zehn Euro. Schwankt der Index um die 10.000-Punkte-Marke und das Volatilitätmaß halbiert sich, würde das auch für einen Put rund 50 Prozent Verlust bedeuten. Der Index müsste sich in Richtung 9000 Punkte bewegen, damit der Anleger noch ein kleines Plus einstreichen kann. Das lohnt das Risiko meines Erachtens nicht, vor allem, wenn man bedenkt, dass der „Angstindex“ auch schnell wieder fällt, wenn sich die Lage beruhigt.

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