Dienstag, 19. Mai 2020

Amerikas Small Caps erleben einen Gewinneinbruch - und sind trotzem chancenreich

Während die "großen" US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq 100 nach den Kursspurts der vergangenen Wochen nicht mehr allzuweit von ihren Jahresanfangsniveaus entfernt sind oder sie sogar schon übertroffen haben, sieht es bei den Aktienindizes für kleine Unternehmen noch sehr mau aus. Das zurecht, denn ihre Gewinne brechen wesentlich stärker ein als die Large Caps. Aber mit Blick auf 2021 sieht das schon ganz anders aus.

Der Jahresverlust des S&P 500 beläuft sich nur noch auf rund 9% - der des Russell 2000, der Aktien mit einer durchschnittlichen Marktkapitalisierung von rund 1 Milliarde Dollar enthält, ist mit 21% mehr als doppelt so hoch. Ein Blick auf die Ertragserwartungen in den drei verbleibenden Quartalen 2020 unterscheiden sich nämlich gewaltig und rechtfertigen das Hinterherhinken der Small Caps. Während für den S&P 500 die Gewinnschätzungen nach den Daten von IBES im zweiten Quartal einen Rückgang um über 40% signalisieren, sind es beim Russell 2000 über 85%. In den beiden Schlußquartalen 2020 sind zwar beim Small-Cap-Index die Gewinneinbrüche nicht mehr so happig - aber 36% und 17% sind auch nicht ganz ohne.

Trotzdem beginnen sich immer mehr Aktienanalysten wieder für amerikanische Small Caps zu interessieren. Und auch das ist kein Wunder. Denn die Gewinnschätzungen für das zweite Vierteljahr 2021 gehen von einem sagenhaften Plus von 370% aus, in den Quartalen danach sollen es gut 45% und 20% werden. 370% Ertragszuwachs hören sich natürlich phantastisch an - aber sie sind vor allem eine Folge des verheerenden Einbruchs im laufenden Quartal. Um den komplett aufzuholen, wäre sogar ein Plus von über 550% nötig! Dennoch - mit dem langsamen Hochfahren der US-Wirtschaft beginnen auch die arg gebeutelten, oft nur im Inland tätigen kleinen Unternehmen wieder Mut zu schöpfen.

Analysten rechnen damit, dass es auch diesmal so wie fast immer nach Crashs ablaufen könnte: Zuerst springen die großen Standardwerte an, und wenn bei ihnen die erste Erholungswelle gelaufen ist, ziehen die Small Caps nach. Und langfristig schneiden die "Kleinen" auch in den USA ohnehin besser ab als die großen Konzerne aus dem S&P 500.

Anleger, die langfristig auf Amerikas Small Caps setzen wollen, finden in Deutschland immerhin 5 ETFs mit dem Russell 2000 als Basis. Die beiden größten sind der ETF von State Street (SPDR Russel 2000 Small Cap) mit der WKN A1XFN1 und der Xtrackers Russel 2000 mit der WKN A1XEJT. Beide sind mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,3% auch die günstigsten der Fünf.

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