Montag, 15. Juni 2020

Großbritannien vor ganz harten Zeiten

Boris Johnson, der britische Premier, hat es hinter sich. Seine Covid-19 Erkrankung hat er überstanden. Sein Land dagegen wird erst noch tiefer in die Krise rutschen. Denn neben einer nach wie vor schwierigen Corona-Lage kommt jetzt noch ein Brexit für eine angeschlagene Wirtschaft.

Ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes ist bereits weg. Im März sank die Wirtschaftsleistung auf der Insel um gut 5 Prozent, im April dann während des späten Lockdowns um weitere 20 Prozent. Und eine schnelle Erholung scheint unwahrscheinlich. Zwar wird sich die Wirtschaft wie überall mit den Lockerungsmaßnahmen etwas erholen. Für die angeschlagenen Betriebe steht aber gleich der nächste Rückschlag in Aussicht.

Ende des Jahres wird Großbritannien die EU verlassen  - und die Regierung hat noch einmal klar gestellt, dass sie auf keinen Fall eine neue Verlängerung der Übergangsfrist anstrebt, die bis dahin alle EU-Regelungen weiter bestehen lässt. Wie die Regierung und die Wirtschaft all die notwendigen Neuerungen, Gesetze, organisatorischen Aufgaben und technischen Herausforderungen bis dahin neben der Corona-Krise bewältigen will, ist ein Rätsel. Und wie das schwache Gesundheits- und Rentensystem das alles dort aushalten soll, ist fraglich.

Großbritannien könnte mit dem sturen Beharren auf dem Brexitdatum nun endgültig auf eine tiefe, langanhaltende Krise zusteuern. Und Europa kann momentan weder die wirtschaftliche Kraft noch die Aufmerksamkeit aufbringen, das abzufedern.




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