Montag, 25. Februar 2019

Ein Trend, der Buffett schmerzt

Das dürfte selbst den Starinvestor Warren Buffett schmerzen. Innerhalb eines Tages verlor er 1,6 Milliarden US-Dollar – weil der Aktienkurs von Kraft Heinz um 25 Prozent durchsackte, an dem Buffetts Holding rund ein Viertel hält. Buchverluste lassen Buffett normalerweise kalt. Doch hinter diesem Minus steckt ein Trend, der auch andere Berkshire-Töchter bedroht.
Bislang ging das Konzept von Buffett im Lebensmittelbereich fast immer auf. Er suchte Firmen mit "unzerstörbaren Marken", also die absoluten Markt- und Markenführen für Getränke, Süßigkeiten oder eben Ketchup wie Coca Cola oder auch Kraft Heinz. Das Kalkül: Die Konsumenten sind bereit, den Preisunterschied von ein paar Cent für das renommierte Produkt zu bezahlen, was die Margen erheblich vergrößert. Und kaufen es immer wieder.

Doch die Konsumwelt hat sich gewandelt. Selbst bei Buffetts Paradebeispiel Cola ist nach seiner Aussage der Automatismus kleiner geworden, der Käufer zu den Marken des Konzerns greifen lässt. Die Loyalität sei noch da, aber kleiner geworden, sagte er vor einer Weile.

Neben einer gestiegenen Experimentierfreude der Konsumenten sind diese inzwischen auch gesundheitsbewusster geworden. Buffetts Marken stehen aber oft für die Ernährung des 20. Jahrhunderts: Viel Chemie und viel Zucker. Die Aussichten für die alten Giganten sind also nicht mehr automatisch glänzend.

Natürlich haben Konzerne wie Kraft Heinz oder Coca Cola die Möglichkeit und die Finanzkraft, der neuen Nachfrage mit neuen Produkten zu begegnen. Automatisch so erfolgreich wie bisher sind sie damit aber nicht mehr. Und damit nicht mehr die selbstlaufende goldene Cashkuh, die sie bisher waren.

Buffett und seine Holding Berkshire dürften es dennoch verschmerzen. Denn der Konzern steht nach wie vor glänzend da und hat ein ganz anderes Problem: Rund 100 Milliarden Dollar freies Cash, das Buffett gerne in Unternehmensanteile stecken würde. Allerdings findet er derzeit keine lohnenden Investmentziele. Die Preise stimmen nicht, Unternehmen und Aktien sind nach seiner Ansicht derzeit zu teuer.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen